Bruchstabilisierung: Therapie und Vorbeugung beim Handgelenksbruch

Lassen Sie Ihr verletztes Handgelenk nur vom ausgebildeten Mediziner einrenken

Therapie: Bei unkomplizierten Brüchen werden die Bruchenden, wenn Sie denn gegen einander verschoben sind, erst eingerichtet, d.h. die Bruchenden korrekt aneinander gefügt (Reposition) und anschließend in einem Gipsverband ruhig gestellt.

Die Reposition wird wegen der Schmerzen oft in Narkose (örtlicher Betäubung, sog. Bruchspaltanästhesie ist heute obsolet, gegebenenfalls Regionalanästhesie) durchgeführt. Der Faustschluss und eine Beugung im Ellenbogen bleiben trotz Gips weiterhin möglich.

Nach etwa vier bis sechs Wochen sollte der Bruch geheilt sein. Bis dahin sollten Sie das betroffene Handgelenk nicht belasten, dagegen ist das Trainieren des Faustschlusses ein absolutes Muss.

Komplizierte Frakturen dagegen, etwa Trümmerbrüche, solche an denen das Handgelenk beteiligt ist und solche, bei denen die Bruchenden schwer verschoben sind, werden operiert. Das geschieht oft schon notfallmäßig am Unfalltag. Ist die Schwellung zu stark, kann die OP auch erst einpaar Tage später durchgeführt werden.

Es gibt drei bewährte Operationsmethoden
Besonders bewährt haben sich drei OP-Verfahren. Bei der so genannten Spickdrahtosteosynthese wird der eingerichtete Bruch mit durch die Haut eingebrachten Drähten von innen fixiert, wobei die Drähte die Bruchzone überbrücken. Nach der OP wird auf der Streckseite des Arms eine Gipsschiene angelegt. Etwa sechs Wochen später können die Drähte in einem kleinen, ambulanten Eingriff unter örtlicher Betäubung wieder entfernt werden.

Die Verplattung der Bruchzone (so genannte Plattenosteosynthese) gewährleistet eine besonders gute Bruchstabilisierung. Zwar ist dies ein größerer Eingriff, aber eine Gipsschiene nach der OP ist nicht notwendig und es kann gleich nach der Operation mit physiotherapeutischen Übungen begonnen werden. Außerdem können die aus Titan bestehenden Platten im Körper belassen werden.

Komplizierte Fälle werden mit dem Knochenspanner behandelt Besonders problematische Fälle, etwa offene Brüche, Trümmerfrakturen, Frakturen mit Gelenkbeteiligung und infizierte Frakturen, werden mit einem medizinisch Fixateur externe genannten Knochenspanner in Position gehalten. Dafür werden Schrauben in den bruchfernen Speichenknochen und in Mittelhandknochen eingebracht und miteinander äußerlich gelenküberbrückend verspannt.
Bei allen operativen Verfahren, aber auch bei der konservativen Therapie werden in kurzen Intervallen Röntgenbilder zur Kontrolle der Lage der Bruchstücke gemacht.

Vorbeugung: Beim Sport sollten Sie entsprechende Schutzkleidung tragen, zum Beispiel beim Inline-Skaten.

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