Lungenleiden mit Viagra lindern?

Das Potenzmittel Viagra könnte zu einer neuen Behandlung für lebensgefährliche Herz- und Lungenerkrankungen werden, berichten britische Mediziner.

Pulmonale Hypertonie, Bluthochdruch in den Arterien der Lungen betrifft weltweit Zig-Tausende Patienten. Er kann durch Herzklappenfehler oder chronische Lungenschäden durch Emphyseme, Bronchitis oder verstopfte Lungenarterien entstehen. Häufig sind auch Bewohner in großen Höhenlagen betroffen.

Die Erkrankung führt zu einer deutlich verminderten Lebensqualität, körperlichen Belastbarkeit und Lebenserwartung. Die wenigen verfügbaren Behandlungsoptionen sind entweder schwierig zu verabreichen oder zeichnen sich durch starke Nebenwirkungen aus. Britische und kirgisische Forscher fanden jetzt in Viagra eine effektive Alternative, so ein Report im Fachblatt Circulation.

Die Wissenschaftler untersuchten gesunde männliche Freiwillige, die während 30 Minuten eine Sauerstoff reduzierte Luft atmeten. Dadurch stieg der Druck in den Lungenarterien um 56 Prozent. Als der Test nach Einnahme von Viagra wiederholt wurde, blieb der Lungenblutdruck nahezu normal. Viagra scheint die Entspannung der Blutgefäße zu fördern und so das Zusammenziehen zu verhindern, das normalerweise den Sauerstoffmangel (Hypoxie) begleitet.

Laborstudien mit Mäusen bestätigen diese Ergebnisse auch in Hinblick auf eine dauerhafte Einnahme des Viagra-Wirkstoffs Sildenafil. Jedoch sind "kontrollierte Studien mit erkrankten Patienten nötig, bevor Sildenafil auf diese Weise zum Einsatz kommen kann", betont der Studienleiter Professor Martin Wilkins vom Hammersmith Hospital in London.

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