Auf diese Mischung fliegen Schnee-Fans

Fünf Hütten für den Weekend-Trip in den Pulverschnee - Tourentipps inklusive.

Im Pulverschnee
Urig bayrisch
Typisch Tirol
Touren Vielfalt
Italienisches Ambiente
Anspruchsvoll und einsam
URIG BAYRISCH
Schönfeld Alm, 1410 m (Region Spitzingsee)

Die Hütte liegt am Rande des kleinen Spitzinger Skigebietes am Taubenstein. Ein liebenswertes Fleckchen, das sich noch einen natürlichen Charme bewahrt hat - von Kommerz kann hier keine Rede sein. Tief verschneite Tannen säumen die sanften Hänge, blau-weiß strahlt der Bayernhimmel. Den Komfort eines Hotels darf man sich in der Schönfeld Alm nicht erwarten, aber wer will das schon? Für manche Varianten lassen sich mit dem unweit der Hütte beginnenden Schlepplift einige Aufstiegsmeter sparen. Touren-Neulinge finden sich im Gelände gut zurecht. Cracks spüren mit geübtem Blick aber sicher einige anspruchsvolle Rinnen auf.

Beste Zeit: Januar - März
Geöffnet: Ganzjährig
Schlafplätze: 13 Betten, 24 Lager
Kontakt: Telefon & Fax Hütte 08026/7496
www.alpenverein-muenchen.de

Anfahrt:
A 8 München - Salzburg, Ausfahrt Schliersee, ab Schliersee weiter Ri. Bayrischzell, hinter Neuhaus rechts hoch zum Spitzingsee, Parken an der Talstation der Taubensteinbahn.

Aufstieg:
Rechts der Bahn der Skipiste folgen. Nach einem Steilstück und dem Kreuzen der Bahn, geradeaus noch ein Stück der Piste folgen. Wenn die Piste abermals nach rechts die Bahn kreuzt, gerade bleiben und am linken Rand einer Waldzunge entlang steigen. Die Hütte liegt kurze Zeit später hinter einem Rücken. Gehzeit ca. 45 Min.

Kartenempfehlung:
Topographische Karte 1:25.000, Nr. 8337/8437 Josefstal, Bayerisches Landesvermessungsamt

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TYPISCH TIROL
Lizumer Hütte, 2019 m (Tuxer Alpen)

Außergewöhnlich: Die Hütte liegt inmitten eines militärischen Sperrbezirks. Aber keine Angst, hier wird am Wochenende nie, und auch sonst äußerst selten scharf geschossen. Schon beim einfachen Anmarsch durch das Hochtal bekommt man einen Eindruck von den tollen Touren-Möglichkeiten. Freie Traumhänge, wohin man blickt. Entsprechend vielfältig sind die Anforderungen an die Kondition: Am Talschluss wartet mit dem 2886 Meter hohen Lizumer Reckner ein Brocken, an dem sich auch Experten die Zähne ausbeißen können. Technisch einfachere Routen findet man entlang des Anstiegswegs, zum Beispiel an der Grafennspitze.

Beste Zeit: Februar - April
Geöffnet: Weihnachten bis Anfang Jan., wieder ab Anf./Mitte Feb.
Schlafplätze: 18 Betten, 51 Lager
Kontakt: Telefon & Fax Hütte 0043/5224/52111, 0043/5224/56022
e-mail:hall.in.tirol@sektion.alpenverein.at, www.alpenverein.at

Anfahrt:
A 8 München - Salzburg, am Inntaldreieck Ri. Innsbruck, Ausfahrt Wattens, ab hier kleine, teils sehr steile Bergstraße ins Wattental/Wattener Lizum, Parken am Ende/Militärlager Walchen.

Aufstieg:
Durch den Schlagbaum ins Lager. Vor der Brücke links auf den Weg paralell des Bachs. Nach ca. 200 m links hoch zur Wiese, dann weiter dem Weg talauf folgen (bald wieder im Wald). Nach 45 Min. die Melang Alm passieren und über Innerlann Alm, später auf der Straße zur Hütte. Gehzeit ca. 2:00 Std.. Am Wochenende gibt es einen Pendelbus (Infos beim Hüttenwirt)

Kartenempfehlung:
österreichische Karte 1:25.000, BMN 2708, Blatt 149

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TOUREN-VIELFALT
Rastkogelhütte, 2124 m (Zillertaler Alpen)

Auf der Rastkogelhütte, hoch über dem Party-Mekka Zillertal ist von der Hysterie nichts zu spüren. Gott sei Dank. Was aber nicht heißt, dass hier spaßfrei zugeht! Im Gegenteil, das Touren-Revier garantiert für grinsende Gesichter bei Powder-Fans. Massenhaft Gipfel liegen im Gehbereich von zwei Stunden vor der Hüttentür, für Tourenmaßstäbe also zum Greifen nah. Die bekanntesten heißen Kreuzjoch, Kraxentrager, Marchkopf und zur Krönung der 2762 Meter hohe Hausberg Rastkogel. Wegen der hohen Lage der Hütte muss man bei längeren Abfahrten teils mit Schlussaufstiegen zurück zur Hütte rechnen.

Beste Zeit: Januar - April
Geöffnet: Weihnachten - Mitte Jan., Mitte Feb. - Ostern
Schlafplätze: 30 Betten, 58 Lager
Kontakt: Telefon Hütte 0043/5285/62145, Telefon Tal 0043/5285/64637

Anfahrt:
A 8 Inntalautobahn Ausfahrt Zillertal, Richtung Mayrhofen, in Fügen rechts nach Hochfügen abzweigen, bis zum Straßenende fahren, Parken am hintersten Ende des großen Skigebiet-Parkplatzes (1473 m).

Aufstieg:
Dem Tal nach Süden folgen (Schild: Rastkogelhütte), über die Pfunds Alm Nieder- und Mittelleger zum Sidanjoch, über das Joch nach Osten in kurzer Zeit zur Hütte. Achtung: Nach der ersten Alm zieht ein lawinengefährlicher Hang von rechts herunter! Gesamt Aufstiegszeit ca. 2 Std.

Kartenempfehlung:
österreichische Karte 1:25.000, Blatt 149, BMN 2708

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ITALIENISCHES AMBIENTE
Rifugio Fanes, 2060 m (Dolomiten)

Über Schneemangel braucht man sich oben im märchenhaften Fanes-Tal selten Sorgen zu machen. Der Anstieg zum Rifugio ist nicht gerade kurz, aber dafür technisch einfach und sehr leicht zu finden: Immer der breiten Schneekatzen-Spur folgen. Tipp: Abends bei Vollmond aufsteigen. Die Hütte besitzt eine fast schon luxuriöse Ausstattung, die Küche verwöhnt Toureros mit excellenten italienischen Leckereien. Die gebunkerten Kalorien lassen sich dann vortrefflich am Heiligkreuzkofel, Monte Castello oder Piz Stiga wieder in staubende Spuren verwandeln. Das Terrain bietet Variationen für Einsteiger bis hin zur Experten-Tour.

Beste Zeit: Januar - April
Geöffnet: 26.Dez. - 25.Apr.
Schlafplätze: 72 Betten und Lager
Kontakt: Telefon & Fax Hütte 0039/0474/501097, www.dolomititour.com

Anfahrt:
A 13/A 22 Brennerautobahn Ausfahrt Brixen/Pustertal, Richtung Bruneck, 4 km vor Bruneck rechts ins Val Badia, in Zwischenwasser links nach St. Vigil, weiter bis zum Straßenende beim Rifugio Pedero (1548 m).

Aufstieg:
Ab Pedero dem breiten, beschilderten Weg folgen (Schneekatzen-Spur), ca. 650 Hm. Gesamt Aufstiegszeit ca. 2:00 Std. Luxus: Bei Voranmeldung kann Transport mit dem Schneetaxi ab Perdero organisiert werden.

Kartenempfehlung:
Topographische Karte 1:25.000, Verlag GEOgrafica, Blatt 36 (Cortina d`Ampezzo)

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ANSPRUCHSVOLL UND EINSAM
Claridenhütte, 2457 m (Innerschweiz)

Hier ist richtig, wer mal überhaupt keinem Menschen begegnen will. Vor Beginn der Haupt-Tourensaison im März ist die Hütte allenfalls auf Bestellung am Wochenende geöffnet. Und das auch nur, wenn es die Verhältnisse zulassen. Ansonsten ist Winterraum angesagt. Das heißt, alle Verpflegung mitbringen, selber Feuer machen und kochen. Unverfälschte Bergromantik also. Die Hütte liegt auf einem grandiosen Gipfel-Plateau in der Nähe des fast 4000 Meter hohen Tödi. Das Terrain ist allerdings für Anfänger ungeeignet. Wer sich hier herauf wagt, sollte sich mit Schnee, Wetter und Lawinenlage auf jeden Fall auskennen.

Beste Zeit: ab Feb./März
Geöffnet: Bewirtet ab ca. Mitte März, sonst am WE auf Anfrage o. Winterraum
Schlafplätze: 77 Lager
Kontakt: Telefon 0041/55/6433121

Anfahrt:
Rheintal-Autobahn Bregenz - Chur, in Sargans auf Autobahn Ri. Zürich abzweigen, Ausfahrt Glarus, auf der Bundesstraße Ri. Klausenpass über Linthal in den Urner Boden (Tierfehd), Parken am Restaurant Sonne.

Aufstieg:
Vom Urner Boden durch den Wängiswald nach Hinter Orthalten und weiter zum Fieseten Grat (2036 m). Nun in südwestl. Ri. zur Fläche des Lang Firns. Nordwestlich unter dem Gipfel durch zum Gemsfairenjoch 2848 m, und in kurzer Abfahrt auf den Claridenfirn, dort abzweigen in östlicher Ri. zur Hütte, ca. 4 - 5 Std.

Kartenempfehlung:
Schweizer Landeskarte, 1:25.000, Blatt 1193 u. 246

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BUCHTIPP:
Backcountry Guide - Touren für Snowboarder, Mediaverlag Matthias Rotter
ISBN 3-00-006655-1, 39,80 Mark/19,90 Euro

WEB-TIPP:
www.snowboard-backcountry.de

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INFO:
Bestellmöglichkeit für alle Karten und Bücher:
Alpina, Spezialhaus für Führer- und Kartenwerke, Ismaninger Str. 7a, D-85609 Aschheim, Tel. 089/9037655, Fax 089/9035100, info@alpina.net-con.net, www.alpina.net-con.net

Für alle Hüttentouren ist eine Mitgliedschaft in einem der Alpenvereine empfehlenswert. Man trägt damit nicht nur zur Erhaltung der Natur bei, sondern profitiert durch günstigere Übernachtungskosten. Infos unter www.alpenverein.de bzw. .at, .ch

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