Weg damit: Tipps zur Narben-Behandlung

Eingesunkene Narben nennt man atrophische Narben.
In der Heilungsphase zwei bis drei Wochen nach Operation oder Verletzung die Narbe mehrmals täglich massieren

Narben erzählen viel über den Mann, der sie trägt. Wir haben zugehört – und Experten gefragt, wie man hässliche Narben vermeidet

Schmucknarben gelten in manchen Kulturkreisen als Zeichen der Stammeszugehörigkeit und zeugen von Tapferkeit. Bei uns ist das ganz anders. Narben werden gern versteckt, manch einer schämt sich für auffällige Hautveränderungen. Außerdem verursachen sie beim Träger oft Beschwerden. Doch das muss nicht sein. „An fast jeder Narbe lässt sich mit modernen Techniken etwas verbessern,“ erklärt Dr. Hans-Jürgen Rabe, plastischer Chirurg an der Aqualux-Fachklinik in Bad Salzschlirf. So behandeln Sie Ihre Narben richtig.

Kein Wasser
Um eine frische Operationsnarbe entweder herumduschen oder den Bereich mit wasserdichten Pflastern (Aquaprotect) zuvor abkleben.

Bleiben Sie blass
Frische Narben sollten entweder durch Kleidung oder Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 20 vor UV-Strahlen geschützt werden. Anderenfalls kann es zu bleibenden dunklen Pigmentierungen der Narbe kommen.

Ordentlich massieren
In der Heilungsphase zwei bis drei Wochen nach Operation oder Verletzung die Narbe mehrmals täglich massieren – am besten mit fett- und feuchtigkeitsspendender Creme.

Narbensalben
Rezeptfrei erhältliche Salben wie Lasonil, Kelofibrase oder Contractubex bremsen starke Narbenbildung. Mehrmals pro Tag einmassieren (Anwendung bis zu einem halben Jahr lang).

Nicht rauchen
Auf Grund schlechterer Wundheilung bilden sich bei Rauchern oft unschöne Narben. Vier Wochen vor einer Operation das Rauchen unbedingt einstellen.

Weichmacher Cortison
„Bei wuchernden Narben, so genannten Keloiden, lässt sich mit Cortison-Behandlung oft ein gutes Ergebnis erzielen“, sagt Chirurg Rabe. Am besten wirken Semarka-Folien, die mit dem Wirkstoff beschichtet sind. Besonders harte Narben lassen sich durch Cortison-Injektionen weich spritzen.

Silikonauflagen
Wirkstofffreies Silikonpflaster (Silon, Mepiform, Epi-Derm) hilft gegen wulstig verheilte Narben und bei frischen Verbrennungen. Das dünne Pflaster für Tag und Nacht haftet von selbst.

Kompressionsbehandlung
Ideal bei großflächigen Verbrennungen und Verbrühungen. Elastische Verbände und speziell gefertigte Kompressionsanzüge üben stetig Druck auf die Wundflächen aus, verhindern so das Wuchern. Oftmals dauert diese belastende Therapie ein Jahr oder länger.

Eiskalt
Sogar bei alten Keloiden lassen sich mit Vereisungstherapie gute Ergebnisse erzielen. Eine schmerzhafte Erfrierungsblase löst sich nach wenigen Tagen, das Narbengewebe wird von Behandlung zu Behandlung immer dünner.

Gebündeltes Licht
Lasertherapie verkleinert besonders frische Narbenwucherungen recht gut. Erbium-Yag-Laser sind wegen geringerer Wärmeentwicklung und Eindringtiefe dem CO2-Laser überlegen.

Operation
Das Herausschneiden eines Keloids ist heikel, die Erfolgsquote liegt bei 50 Prozent. Vorher sollte die Narbe ein Jahr gereift sein. „Ein neuer, aussichtsreicher Ansatz ist das Unterspritzen der Wundränder mit der körpereigenen Hyaluronsäure“, sagt Rabe.

Frische Hautzellen
Forscher der Berliner Charité züchten aus kleineren Hautstückchen große. Zwei Quadratzentimeter Haut gedeihen im Labor in vier bis sechs Wochen zu einer 100 Quadratzentimeter großen Zellschicht, die störende Narbenhaut ersetzt. Nach einigen Wochen wird die nächste Zellschicht draufgepflanzt, bis das frische Gewebe die Höhe der angrenzenden Haut erreicht hat.

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