Filmtipp "Oblivion": Tom Cruise in der Hochglanz-Apokalypse

Trailer zum Film
Trailer zum Film "Oblivion"

Tom Cruise muss auf der verwüsteten Erde Flugdrohnen reparieren – und beginnt an seiner Mission zu zweifeln. "Oblivion" ist ein spannender Endzeit-Thriller, mit vielen Wendungen und schicken Bildern

Das war’s. Aus und vorbei. Nach einem Krieg mit Außerirdischen und etlichen Naturkatastrophen wurde die Erde komplett verwüstet. Die überlebenden Menschen haben Zuflucht im All gesucht. Zurückgeblieben sind lediglich einige gut aussehende Techniker-Pärchen, die in schicken Wolken-Apartments wohnen, sich an ihr früheres Leben nicht erinnern können und mit kleinen Designer-Raumschiffen auf der postapokalyptischen Erde Wartungsarbeiten durchführen bis sie zurück ins All beordert werden. Wenn Sie jetzt auch denken, dass sich hier einiges seltsam anhört, liegen Sie natürlich genau richtig. Gekonnt verstreute Rätsel und Widersprüche machen Oblivion (auf Deutsch = Vergessen) zu einem exzellenten und hoch spannenden Sci-Fi-Thriller. Weiterer Pluspunkt: Der Film mit Tom Cruise als gedächtnislosen Monteur hat auch visuell einiges zu bieten. Raumschiffe, Wohnungen und Waffen sind auf Hochglanz poliert, als stammen sie direkt aus einem futuristischen Architekturkatalog. Noch nie sah es nach dem Weltuntergang so stylisch aus.

Techniker Jack (Tom Cruise) rettet die Astronautin Julia (Olga Kurylenko)
Nachdem Techniker Jack (Tom Cruise) die Astronautin Julia (Olga Kurylenko) rettet, beginnt er an seiner Mission zu zweifeln

Darum geht’s in Oblivion: Im Jahr 2077 ist die Erde ein Trümmerfeld. Der Grund: ein Krieg mit Außerirdischen, bei dem der Mond zerstört wurde, was wiederum unzählige Naturkatastrophen nach sich zog. Die Überlebenden sind auf den Titan ausgewandert. Auf der postapokalyptischen Erde überwachen Techniker Jack (Tom Cruise) und seine Koordinatorin Victoria (Andrea Riseborough) das Aufsaugen der Wasserreserven, die zum Überleben auf dem Titan benötigt werden. Jacks Aufgabe: die Reparatur von Flugdrohnen, die von überlebenden Invasoren, Plünderer genannt, attackiert werden. Als eines Tages eine Raumkapsel abstürzt, findet Jack an Bord die Astronautin Julia (Olga Kurylenko), die er glaubt zu kennen. Langsam beginnt er an seiner Mission zu zweifeln.

Endzeitthriller
Endzeitthriller mit Hochglanz-Optik: Noch nie sah es nach dem Weltuntergang so stylisch aus

Treffen der Science-Fiction-Klassiker
Die Spannung in Oblivion lebt insbesondere von der ruhigen Inszenierung und den vielen unausgesprochenen Ungereimtheiten und Rätseln. Warum wurde den Technikern das Gedächtnis gelöscht? Weshalb bekommt Jack nie die mysteriösen Plünderer zu Gesicht? Wieso hat er Erinnerungen von vor der Katastrophe? Bis diese Geheimnisse gelüftet werden und die Story ihre finale Wendung nimmt, ist Oblivion ein sehr atmosphärischer und exzellent inszenierter Endzeitfilm. Regisseur Joseph Kosinski (Tron Legacy) bedient sich bei unzähligen Science-Fiction-Klassikern, wie 2001 – Odyssee im Weltraum und Planet der Affen, macht also nichts wirklich neu. Allerdings fügt er die Versatzstücke gekonnt zusammen. Einzige Wermutstropfen: Gegen Ende, wenn alle Rätsel gelöst sind, wird’s noch mal etwas kitschig und pathetisch, was aber den Gesamteindruck nicht dramatisch beschädigt. Und Tom Cruise? Da die weiblichen Helden allesamt nur Nebenfiguren sind, muss Cruise den Film alleine tragen, was ihm ohne Problem gelingt. Allerdings hätte man sich doch etwas mehr Präsenz von Ex-Bondgirl Olga Kurylenko und Oscar-Preisträger Morgan Freeman gewünscht.

Fazit: Kosinski ist mit Oblivion kein innovativer Science Fiction, aber ein spannender, perfekt durchgestylter Endzeitfilm gelungen.

Oblivion (USA 2013)
Regie: Joseph Kosinski
Drehbuch: Joseph Kosinski, Karl Gajdusek, Michael Arndt
Darsteller: Tom Cruise, Andrea Riseborough, Olga Kurylenko, Morgan Freeman
Länge: 126 Minuten
Start: 11. April 2013

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