Filmtipp "Captain Phillips": Tom Hanks unter Piraten

Trailer zum Film
Trailer zum Film "Captain Phillips"

Spannung ahoi! In „Captain“ Phillips“ steht Tom Hanks als Kapitän eines Containerschiffs einer Gruppe somalischer Piraten gegenüber

Mit Piratenromantik a la Fluch der Karibik hat das nichts zu tun. Die Seeräuber, die im Geiseldrama Captain Phillips ein Containerschiff vor der Küste Somalias entern, sind weder trinkfeste Raufbolde, noch fiese Schurken mit Holzbein. Es sind arme Fischer, die zur Freibeuterei gezwungen werden. Paul Greengrass’ Thriller ist auch kein beliebiges Seemannsgarn, sondern basiert auf dem autobiographischen Buch von US-Kapitän Richard Phillips, dessen Containerschiff 2009 tatsächlich von somalischen Piraten überfallen wurde. Das Ergebnis ist erstklassiger Nervenkitzel: Ein Thriller, der Sie – dank Wackelkamera und einem überragenden Tom Hanks in der Hauptrolle – nicht nur über 2 Stunden vor Spannung in Ihrem Sitz herumrutschen lässt, sondern auch noch zum Nachdenken anregen wird.

"Captain Phillips" basiert auf dem autobiographischen Buch von US-Kapitän Richard Phillips, dessen Containerschiff 2009 tatsächlich von somalischen Piraten überfallen wurde

Darum geht’s in Captain Phillips: Der US-Amerikaner Phillips (Tom Hanks) und seine 20 Mann starke Crew sind mit einem vollbeladenen Frachtschiff auf dem Weg von Oman nach Kenia als sie von 4 bewaffneten Piraten vor Somalia geentert werden. Während sich die Besatzung versteckt, versucht Phillips mit Anführer Muse (Barkhad Abdi) zu verhandeln. Das Problem: An Bord befinden sich nur 30.000 Dollar, doch Muse, der im Auftrag von somalischen Warlords handelt, fordert Millionen. So wird aus dem Überfall ein Geiseldrama.

Muse (Barkhad Abdi) und seine Mitpiraten sind keine eindimensionalen Bösewichte
Muse (Barkhad Abdi) und seine Mitpiraten sind keine eindimensionalen Bösewichte

Keine Chance zum Wegschauen
„Wir sind nicht Al-Qaida“, versucht Pirat Muse seine Geiseln zu beruhigen. Und tatsächlich kann man in Captain Phillips gar nicht eindeutig ausmachen, wer gut oder böse, Opfer oder Täter ist. Muse und seine Mitpiraten sind keine eindimensionalen Bösewichte, sondern einfache Fischer, deren Fanggründe – teils illegal – von westlichen Hochseeflotten leergefischt wurden. Nun werden sie von skrupellosen Warlords zur Piraterie gezwungen. Und auch die US-Marine, die das Geiseldrama beenden soll, wirkt mit ihrer Kampfmaschinerie neben dem winzigen Motorboot der Entführer seltsam deplatziert: Die Auseinandersetzung ist von vornherein ein ungleiches Gefecht. Greengrass’ Film ist daher kein simpel gestrickter Actionthriller zur kurzweiligen Bespaßung. Das unterstützt auch die sich ständig bewegende Kamera, die den Zuschauern keine Chance zum Wegschauen gibt. Größter Pluspunkt: ein grandioser Tom Hanks. Anders als 2009 in der Berichterstattung der US-Medien zu sehen, spielt er den routinierten Kapitän nicht als heldenhaften Übermenschen, sondern als einen um sein Leben fürchtenden Normalo.

Fazit:Captain Phillips ist ein hochspannender Geiselthriller abseits der typischen Action- und Piratenblockbuster Hollywoods. Unser Tipp: Schnellstens das Kino entern.

Captain Phillips (USA 2013)
Regie:
Paul Greengrass
Drehbuch: Billy Ray, Richard Phillips (Buchvorlage)
Darsteller: Tom Hanks, Barkhad Abdi
Länge: 134 Minuten
Start: 14. November 2013

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