Pulsuhr ohne Brustgurt: Tomtom Multisport Cardio im Test

Tomtom Multisport Cardio im Test
Tomtoms Multisport-Uhr misst jetzt sogar den Puls am Handgelenk

Tomtoms Multisport-Uhr misst jetzt sogar den Puls am Handgelenk. Wir haben die GPS-Uhr beim Laufen, Radfahren und Schwimmen getestet

Tomtom bietet mit seiner Multi-Sport-Uhr seit 2013 ein allumfassendes Messinstrument für die 3 gängigen Ausdauersportarten an. Seit Ende 2014 gibt’s die Tomtom Multisport Cardio (für etwa 280 Euro) mit Pulsmesser am Handgelenk. Einen Brustgurt brauchen Sie dafür nicht mehr. Das ist vor allem praktisch für Ausdauersportler, die sich durch so einen Gurt eingeengt fühlen.

Tomtom Multisport Cardio beim Laufen
Wie das Vorgängermodell ist die Uhr ist flach, leicht und gut ablesbar. Das Armband ist breiter geworden mit vielen Löchern, die belüften sollen. Bedient wird mit einer Art viereckigem Joystick/Klappschalter auf dem Armband.  Das ist ungewöhnlich, aber einfach. Läufer können vor einer anstehenden Trainingseinheit Ziele definieren: etwa zu verbrennende Kalorien, oder Streckenlänge. Wer sich besonders motivieren will, kann gegen frühere Laufzeiten antreten. Top: Selbst Intervalltraining und Herzfrequenzzonen-Training sind einfach einstellbar. Auf dem Display werden Puls, Strecke, Geschwindigkeit in km/h oder Pace (Minuten pro Kilometer), Kalorienverbrauch, Zeit und diverse Durchschnittswerte angezeigt. Dafür gibt‘s drei Anzeigefelder, die frei belegbar sind. Der Clou: Das GPS-Signal ist fix, ich kann sofort loslaufen. Denn per QuickGPSfix-Technologie werden für 3 Tage die aktuellen Satellitenpositionen gespeichert. Bedingung: Sie müssen die Uhr regelmäßig mit dem Rechner oder dem Smartphone synchronisieren. Auch bei der Pulsmessung am Handgelenk überrascht die Multisport Cardio. Im direkten Vergleich mit einer Brustgurt-Uhr (Polar V800)weicht die Tomtom-Watch im Durchschnitt nur 1-2 Schläge ab. Für eine genaue Messung sollte das Armband allerdings eng ans Handgelenk geschnallt werden.

Pulsmessung am Handgelenk: die Tomtom Multisport Cardio
Pulsmessung am Handgelenk: die Tomtom Multisport Cardio

Tomtom Multisport Cardio beim Schwimmen
Beim Indoor-Schwimmen unterscheidet sich die Multisport Cardio nicht von ihrem Vorgängermodell. Ein Bewegungssensor berechnet Strecke, Bahnen, Armzüge pro Bahn und verbrannte Kalorien. Der so genannte Swolf-Wert (Züge pro Bahn + verstrichene Zeit) gibt Auskunft über Ihre Leistungsfähigkeit (allerdings nur für die gesamte Einheit). Bedingung: Sie stellen vorher in der Uhr die Bahnlänge (zum Beispiel 25 Meter) ein. Auf 25-Meter-Bahnen ist diese Zählweise einigermaßen zuverlässig (+/- eine Bahn). Bei 50 Meter kann das schon ungenau werden. Mehrere Testschwimmer haben leider die Erfahrung gemacht, dass  10-40 Prozent Bahnen zu viel berechnet werden. Ob der Fehler beim Schwimmstil oder im Algorithmus der Uhr zu suchen ist, konnten wir nicht feststellen. Fürs Outdoor-Schwimmen ist die Uhr leider nicht geeignet, da im Schwimm-Modus kein GPS unterstützt wird. Übrigens auch keine Pulsmessung. Tomtom nimmt wohl an, dass die Werte zu ungenau seien. Wir haben daher kurzerhand den Lauf-Modus fürs Freiwasserschwimmen genutzt. Ergebnis: Puls- und Streckenangaben waren durchaus zu gebrauchen.

Die Armbänder der Tomtom Multisport-Cardio-Uhren sind austauschbar
Die Armbänder der Tomtom Multisport-Cardio-Uhren sind austauschbar

Tomtom Multisport Cardio beim Radfahren
Rennradfahrer können eine Fahrrad-Halterung  verwenden und sich einen Radsensor (etwa 50 Euro) kaufen, der Geschwindigkeit und Trittfrequenz misst. Das Problem: Wer seine Uhr an den Lenker baut, braucht für eine Herzfrequenzmessung wieder einen zusätzlichen Pulsgurt (es werden nur Bluetooth-Modelle unterstützt). Damit ist dann der Vorteil der Uhr hinfällig. Oder Sie tragen die Multisport Cardio auch beim Biken am Handgelenk. Was etwas umständlich ist. Wichtig: Unbedingt die korrekte Radgröße in der Uhr eingeben. Denn die Tomtom Mulitsport Cardio nutzt beim Biken, wenn der Rad-Sensor angeschlossen ist, nicht zusätzlich GPS, um Geschwindigkeit und Distanz zu messen, sondern eben nur jenen Sensor. Weiterer Nachteil: Die Uhr funktioniert nicht als Wegweiser. Es gibt daher keine Zurück-zum-Start-Navigation (auch nicht beim Laufen).

Trainingsauswertung mit der Tomtom Multisport Cardio
Richtig Spaß macht das Training mit der Tomtom Multisport Cardio erst, wenn man sich auf der Tomtom-Webseite registriert oder die passende Smartphone-App (Tomtom Mysports) nutzt. Am schnellsten lassen sich die Daten per Knopfdruck über Bluetooth direkt aufs Smartphone übertragen. Hier ist die Auswertung übersichtlich und gut: Es gibt sogar eine grafische Aufbereitung für Puls, Geschwindigkeit bzw. Pace. Dafür sind beispielsweise Höhenmeter nur als Gesamtdurchschnitt zu sehen. Anbindungen an Facebook, Twitter oder eine Community fehlen völlig. Kleiner Nachteil: Die App und damit auch die Trainingshistorie funktionieren nicht offline.

Fazit
Für Läufer ist die Tomtom Multi-Sport Cardio der perfekte Begleiter: Alle wichtigen Funktionen sind vorhanden und einfach zu bedienen. Die Herzfrequenzmessung am Handgelenk ist sehr zuverlässig. Auch die Schwimmfunktion ist hilfreich und gut umgesetzt. Für Radfahrer ist die Uhr allerdings nur ein Notbehelf. Wer nur damit laufen will, kommt auch mit der 50 Euro günstigeren Runner Cardio aus. Der Akku hält bei Puls- und GPS-Betrieb etwa 8 Stunden durch. Die Ärmbänder in verschiedenen Farbkombinationen sind austauschbar.

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