Sportverletzung: Training trotz Leistenbruch?

Frage: Bei mir deutet sich ein Leistenbruch an, obwohl ich im Studio immer einen Gürtel getragen habe. Mein Arzt meint, dass ich mein Gewichttraining vergessen kann. Stimmt das?
Thomas Schmidt, Kassel
Ein Leistenbruch im Erwachsenenalter sollte nicht unterschätzt werden
Schmerzen ruft ein Leistenbruch erst hervor, wenn sich der Inhalt der Ausstülpung darin verklemmt hat

Unsere Antwort:

Durchbrechen Bereiche der Bauchwand die Leistenregion und bilden eine Ausstülpung, spricht man von einem Leistenbruch. Dabei dringt häufig Darmgewebe durch den "Bruch" und bildet die besagte Ausstülpung. Ein richtiger Bruch im Sinne eines Kniochenbruchs ist es also nicht. 

Ob sportliche Aktivitäten mit einem Leistenbruch ausgeübt werden können, ist nicht einfach zu beantworten. Zum einen hängt es davon ab, wie groß der Leistenbruch ist, aber auch, welche Beschwerden er bereitet. "Auf jeden Fall sollten Übungen vermieden werden, die den verstärkten Einsatz der geraden und schrägen Bauchmuskulatur fordern, besonders natürlich Bankdrücken und Bauchpressen", rät Dr. Kay-Uwe Hoffmann, Facharzt für Orthopädie an der Sportklinik Hellersen. Lassen Sie sich am besten von einem Facharzt und einem Trainer beraten.

Nach einer erfolgreichen Leistenbruchoperation und entsprechender Pause von zirka drei Monaten bestehen in der Regel keine wesentlichen sportlichen Einschränkungen mehr. Nur die Gewichte dürfen nicht mehr so hoch dosiert werden. Noch ein Wort zum Trainingsgürtel: Der kann die Gefahr eines Leistenbruchs nicht gänzlich ausschließen. "Doch weil er die Bauchmuskulatur stabilisiert", erklärt Dr. Hoffmann, "ist er ein guter zusätzlicher Schutz."

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