Gedächtnislücke: Türen durchqueren macht vergesslich

Türschwellen fördern Gedächtnisschwund
Was wollte ich hier noch gleich? Den Haustürschlüssel holen? Die Spülmaschine ausräumen?

Betreten auf eigene Gefahr: Türen sind Schuld, wenn wir uns einen Raum später nicht mehr erinnern, was wir eigentlich wollten

Offenbar sind Türschwellen die Übeltäter, wenn wir auf dem Weg vom Wohnzimmer in die Küche nicht mehr wissen, was wir eigentlich dort wollten. Amerikanische Forscher der University of Notre Dame in Indiana haben in einer Studie herausgefunden, dass unser Erinnerungsvermögen leidet, sobald wir eine Tür durchqueren. Das Durchschreiten schaffe in unserem Kopf eine so genannte "Ereignisgrenze". Soll heißen: Der Gedanke, den wir gerade noch in dem einen Raum hatten, wird durch das Betreten eines neuen Raumes abgeschlossen.

Getestet wurde diese These mit Probanden, die Gedächtnisaufgaben lösen sollten. Die Wissenschaftler ließen die Testpersonen einmal einen Raum durchqueren und einmal durch eine Tür tatsächlich verlassen. Das Ergebnis: Die Studienteilnehmer konnten sich an weniger Details erinnern, wenn sie nicht bloß den Raum durchquerten, sondern ihn wirklich verließen.

Es sei schwieriger, eine Handlung oder ein Vorhaben wieder abzurufen, wenn dies in einem anderen Raum geschehe, so Studienautorin Gabriel Radvansky. Bereits frühere Studien haben gezeigt, dass scheinbar unbedeutende Faktoren in unserer Umgebung einen Einluss auf unser Gedächtnis haben. So könne man einmal erlerntes Wissen beispielsweise besser dort abrufen, wo man es sich auch angeeignet habe, so die Wissenschaftler.

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