Arbeitszeit: Überstunden schaden der Gesundheit

Wer viel arbeiten muss, wird auch schneller krank
Zu veil Arbeit verursacht nicht nur Stress, sondern auch Schlafstörungen

Wer viel arbeitet, leidet öfter unter Schlafstörungen, Rückenschmerzen und fürchtet, sein Sozialleben zu vernachlässigen

Je länger die Arbeitszeit, desto häufiger klagen Angestellte über gesundheitliche Probleme, so eine Studie der Universität Oldenburg. Offenbar leiden Vollzeitbeschäftigte doppelt so häufig unter Schlaf- und Rückenproblemen als Teilzeitkräfte.

Neben Schlafstörung leiden die Vollzeitbeschäftigten auch häufiger an Rückenschmerzen und Herzbeschwerden. Darüber hinaus haben sie das Gefühl, den Beruf und die Freizeit bzw. die Familie schlechter vereinbaren zu können, so die Forscher im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Offenbar klagen zehn Prozent der Teilzeitbeschäftigten (weniger als 19 Wochenarbeitsstunden) über Schlafstörungen, während es bei Vollzeitbeschäftigten jeder Fünfte ist. Bei Arbeitern mit mehr als 60 Stunden pro Woche sind es sogar jeder Vierte. Wenn erschwerende Faktoren wie Schichtarbeit, variable Arbeitszeiten, Arbeit am Wochenende oder schlechte Planbarkeit der Arbeitszeit dazukommen, steigt die schlechte Gesundheitsrate nochmals an.

Für diese Studienergebnisse wurden vier unterschiedliche Befragungen mit insgesamt über 50.000 Personen ausgewertet. Dabei standen die Symptome Schlafstörung, Rückenschmerzen und Herzbeschwerden im Fokus. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sieht die Studienergebnisse im Hinblick auf die Diskussion um Arbeitszeitverlängerungen als ein klares Warnsignal: Wer länger arbeiten müsse, falle automatisch auch krankheitsbedingt länger aus.

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