Teenie-Gang rettet London vor Alien-Invasion: Unser Filmtipp "Attack the Block"

Die Filmtipps der Redaktion

In "Attack the Block" verteidigt eine Handvoll jugendlicher Gangster ihren Wohnblock gegen mörderische Außerirdische. Ein intergalaktisch guter Genre-Mix, wie wir finden    

Was passiert eigentlich, wenn Aliens die Erde erobern und die üblichen Weltretter gerade was anderes zu tun haben? Dann kümmern sich halt die Dealer, Kiffer und Teenie-Gangs der Nachbarschaft um die Invasoren aus dem All. Wenn die jugendlichen Kleinkriminellen wie im Film "Attack the Block" aus dem Süden Londons kommen, können sich die Außerirdischen schon mal warm anziehen. Das rasante Actionspektakel in der Tradition von "Zombieland" und "Shaun of the Dead" macht vor allem Spaß und zeigt, dass gute Actionfilme auch ohne ein monströses Budget funktionieren.

Darum geht’s: Eine Jugendbande aus dem Süden der englischen Hauptstadt will gerade eine Krankenschwester (Jodie Whittaker) ausrauben als ein seltsames Wesen neben ihnen in ein Autodach einschlägt.  Gangleader Moses (John Boyega) kann die unheimliche Kreatur zwar erlegen, doch die eigentliche Invasion der Wolfs-ähnlichen Aliens steht noch bevor. Die haarigen Biester haben es offenbar genau auf Moses‘ Wohnblock abgesehen, so dass die taffen Kids sich dort verschanzen müssen, um zusammen mit Mitbewohnern (inklusive der anfänglich ausgeraubten Krankenschwester) und Drogendealern die brutalen Eindringlinge per Feuerwerkskörper und Wasserpistole in die Flucht zu schlagen.

Drogendealer mit Spiderman-Bettwäsche

"Attack the Block" ist ein gelungener Genre-Mix aus Science-Fiction, Action und Komödie – sogar mit Sozialbotschaft. Denn die Sci-Fi-Satire macht sich nicht nur über Klischees von Alien-Filmen und der Darstellung von Jugendgangs lustig. Zwischendurch gibt’s auch ernstgemeinte Untertöne und Ursachenforschung zum Thema Jugendgewalt. Selbst der knallhart wirkende Moses (der mit Drogen dealt, aber noch in Spiderman-Bettwäsche schläft) erkennt die Konsequenzen seiner Taten und übernimmt Verantwortung für seine Leute und den gesamten Block – auch wenn die Polizei das am Ende anders sehen wird. Aber wer glaubt schon einer Horde krimineller Ghettokids, die im Zuge einer angeblichen Alien-Invasion einen ganzen Wohnblock in Schutt und Asche legen? Der Rest ist grimmiger Humor mit blutigen Slapstickeinlagen vor Low-Budget-Kulissen.

Fazit: Genau diese perfekte Mischung aus coolen Sprüchen, schneller Action, schrägem Witz und unterschwelliger Sozialkritik machen "Attack the Block" zu einem richtigen Kinoerlebnis. Intergalaktisch gut – zum Glück hatten die üblichen Weltretter was Besseres vor!

Attack the Block (Großbritannien 2011)
Regie:Joe Cornish
Drehbuch:Joe Cornish
Darsteller:John Boyega, Jodie Whittaker, Nick Frost
Länge:88 Minuten
Start: 22. September

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