Western von gestern im Weltall: Unser Filmtipp "Avatar"

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Winnetou lässt grüßen: James Cameron schickt in "Avatar" computeranimierte Riesenschlümpfe gegen böse Space-Cowboys auf den Kriegspfad

Stolze Wilde wehren sich mit Pfeil und Bogen gegen die High-Tech-Feuerwaffen der bösen kapitalistischen Eindringlinge. Das kommt Ihnen bekannt vor? War ja auch die Grundstory der meisten Karl-May-Romane. Oder von Disneys "Pocahontas". Nun kommen Winnetou und Co. in James Camerons Abenteuer-Blockbuster "Avatar – Aufbruch nach Pandora" als computeranimierte Riesenschlümpfe auf die Leinwand zurück. In 3D und als wahrscheinlich teuerster und aufwendigster Science-Fiction-Film aller Zeiten.

Ob nun auch James Cameron als Kind zu viele Winnetou-Bücher gelesen hat, bleibt unklar. Trotzdem ist "Avatar" herrlich absurder Wild-West-Kitsch mit Anleihen aus seinen früheren Science-Fiction-Filmen, wie "Terminator" oder "Aliens". Macht aber nichts. Immerhin optisch kann Camerons computergenerierte Märchenzeit überzeugen – als beeindruckende 3D-Achterbahnfahrt der kurzweiligen Art.

Cowboy und Indianer im Regenwald
14 Jahre hat Regisseur Cameron ("Titanic") an "Avatar – Aufbruch nach Pandora" herumgebastelt. Herausgekommen ist dabei ein Film, der weniger Science-Fiction als klassischer Western ist: Der querschnittsgelähmte Kriegsveteran Jake Sully (Sam Worthington) soll sich auf dem Planeten Pandora per ferngesteuertem Körper, einem so genannten Avatar, in die Stammesgesellschaft eines außerirdischen Naturvolks (die Na’vi) einschleichen. Grund: Ihr Planet ist reich an Bodenschätzen und der geldgierige Boss eines Bergbauunternehmens will die Na‘vi mit allen Mitteln vertreiben. Als Sully die naturverbundene Lebensweise der Aliens kennenlernt und sich in die Häuptlingstochter (Zoe Saldana) verliebt, bekommt er Gewissensbisse. Der Rest ist typisches Cowboy-und-Indianer-Spiel im außerirdischen Regenwald.

Grandiose Öko-Kitsch-Show
"Avatar – Aufbruch nach Pandora" ist ordentlich in den Farbtopf gefallen. Die Na’vi-Versionen von Winnetou und Pocahontas sind hellblau, aber auch die Tier- und Pflanzenwelt des Planeten bewegt sich farblich an der Kitschgrenze. Dazu dröhnen Ethno-Musik, Waffengeballer plus jede Menge Pathos. Nichts zu meckern gibt es bei den Computeranimationen. Ob Blume, Wassertropfen, Tierart oder fliegende Felsenwelten: "Avatar" setzt 3D-Maßstäbe. Wen die geradlinige, vorhersehbare Handlung nicht weiter stört, kann sich 162 Minuten zurücklehnen und eine grandiose Öko-Kitsch-Show genießen. Hugh!

Avatar (USA 2009)
Regie: James Cameron
Drehbuch: James Cameron
Darsteller: Sam Worthington, Zoe Saldana, Sigourney Weaver
Länge: 162 Minuten
Start: 17. Dezember 2009

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