Hilary Swank gegen das US-Rechtssystem: Unser Filmtipp "Betty Anne Waters"

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Im packenden Justizfilm "Betty Anne Waters" kämpft Hilary Swank um die Freilassung ihres zu lebenslanger Haft verurteilten Bruders

Wie weit würden Sie gehen, um einem geliebten Menschen das Leben zu retten? Wie viel Zeit würden Sie investieren, wie viel Ihres eigenen Lebens dafür aufgeben? Fragen, die sich sicher der ein oder andere Kinobesucher im Laufe des Films stellen wird. Denn zu unglaublich, zu aufopferungsvoll scheint all das zu sein, was Hilary Swank ("Million Dollar Baby") als Betty Anne Walters für ihren Bruder Kenny (großartig gespielt von Sam Rockwell, "Moon") auf sich nimmt. Unglaublich, aber tatsächlich wahr – denn die echte Betty Anne Waters hat insgesamt 18 Jahre lang nichts anderes getan als Beweise dafür zu finden, dass Kenny zu Unrecht verurteilt wurde.

Die Story: Die Geschwister Betty Anne und Kenny Waters wachsen in schwierigen Verhältnissen auf, sie müssen aufeinander aufpassen, immer füreinander da sein. Obwohl der aufbrausende Kenny kein ganz leichter Charakter ist, gehört er für Betty zu den wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Als man ihrem Bruder einen Mord anhängen will und ihn zu lebenslanger Haft verurteilt, ist Betty die Einzige, die an seine Unschuld glaubt. Als aber auch die Revision verloren geht, verzweifelt Kenny im Gefängnis und versucht sich umzubringen. Für Betty steht fest: sie muss alles in ihrer Macht stehende tun, um ihn da rauszuholen. Und da sie nicht mehr an die Gesetzesvertreter glaubt, beginnt sie selbst ein Jurastudium, um ihren Bruder als Anwältin zu vertreten. Der Beginn eines langen, steinigen Weges, auf dem sie nicht nur ihre Freunde und Familie, sondern auch den Glauben an Gerechtigkeit zu verlieren droht.

Gelungener Genre-Mix
Regisseur Tony Goldwyn hat die wahre Geschichte als gelungenen Mix aus Familiendrama, Justizthriller und Old-School-Krimi verfilmt. Mit Swank und Rockwell hat er zwei hervorragende Hauptdarsteller ins Boot geholt, die dem Ganzen eine sehr persönliche, bewegende Note verleihen. Auch die Nebenrollen sind top besetzt, vor allem Juliette Lewis ("Natural Born Killers") hat als Hauptbelastungszeugin, die im Laufe der Jahre zu einer kaputten Alkoholikerin wird, einen schrägen, denkwürdigen Auftritt. "Betty Anne Waters" fesselt und berührt, ohne kitschig zu sein, die innere Zerrissenheit der beiden Protagonisten ist jederzeit spürbar. Geschickt springt Goldwyn zwischen unterschiedlichen Zeitebenen hin und her, der Film bleibt so trotz inhaltlicher Wiederholungen (Recherche, Rückschlag, Verzweiflung, Recherche, Rückschlag, Verzweiflung usw.) jederzeit spannend.

Unser Fazit: "Betty Anne Waters" lebt von seinen hervorragenden Darstellern und der bewusst nüchternen, aber hoch intensiven Inszenierung – und natürlich davon, dass die Story, die so unglaublich scheint, auf einer wahren Begebenheit beruht.

Betty Anne Waters (USA 2010)
Regie: Tony Goldwyn
Drehbuch: Pamela Gray
Darsteller: Hilary Swank, Sam Rockwell, Minnie Driver, Peter Gallagher, Juliette Lewis
Länge: 110 Minuten
Start: 17. März

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