Superheld in Unterhosen: Unser Filmtipp "Birdman"

Trailer zum Film
Trailer zum Film "Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)"

In "Birdman" nimmt ein abgehalfterter Superhelden-Darsteller die ganze Filmbranche aufs Korn. Ein Riesenspaß, mit Helden in Unterhosen

Superhelden dominieren das Blockbuster-Kino. Doch was wird eigentlich aus den Schauspielern, die ihr Gesicht für Batman, Spider-Man oder Iron-Man hergeben? In Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) versucht ein abgehalfterter Superhelden-Darsteller im Theater verzweifelt ein Comeback zu starten. Ex-Batman Michael Keaton spielt darin die Rolle seines Lebens und mit den Erwartungen der Zuschauer. Hat er wirklich Superkräfte? Warum rennt er in Unterhosen über den Times Square? Keaton spielt den heruntergekommen Hollywoodstar Riggan nicht nur grandios komisch, er nimmt im Vorbeifliegen gleich das Superhelden-Kino und die gesamte Filmbranche aufs Korn.

Riggan (Michael Keaton) muss sich mit dem machohaften Selbstdarsteller Mike (Edward Norton) herumschlagen
Riggan (Michael Keaton) muss sich mit dem machohaften Selbstdarsteller Mike (Edward Norton) herumschlagen

Darum geht’s in Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit): Riggan Thomson (Michael Keaton), ehemals als Superheld "Birdman" im Kino ein Star, will beweisen, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. Am New Yorker Broadway inszeniert er ein Theaterstück, das allerdings unter keinem guten Stern steht: Der Ruhm ist verblasst, das Geld wird knapp und sein Hauptdarsteller wird von einem fallenden Scheinwerfer außer Gefecht gesetzt. Als Ersatz schleppt Hauptdarstellerin Lesley (Naomi Watts) ihren Freund an, den erfolgreichen und exzentrischen Mike Shiner (Edward Norton). Der machohafte Selbstdarsteller zieht zwar an der Theaterkasse, geht aber allen anderen gehörig auf die Nerven. Plus: Riggan wird auch noch von der Stimme seines Alter-Egos Birdman heimgesucht.

Ex-Hollywoodstar Riggan (Michael Keaton) wird von seinem Alter-Ego
Ex-Hollywoodstar Riggan (Michael Keaton) wird von seinem Alter-Ego "Birdman" heimgesucht

Meisterwerk in einer einzigen Einstellung
Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)
ist mit Michael Keaton und Edward Norton nicht nur brillant besetzt, auch bei der Kameraführung geht Regisseur Alejandro González Iñárritu geniale Wege. Wie in einer einzigen Einstellung gefilmt, weicht die Kamera den agierenden Darstellern nicht von der Seite. Digitale Schnitte fallen kaum auf. Folge: Man steckt mittendrin im hektischen Treiben der Theaterinszenierung. Die Grenze zwischen real und surreal ist allerdings fließend. Kann Riggan wirklich fliegen und Gegenstände mit seinen Gedanken bewegen? Das darf jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden.

Fazit:Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) ist Superhelden-Kino ohne Remmi-Demmi-Action, eine schrille Komödie, eine böse Satire, ein Meisterwerk.

Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)  (USA  /Kanada 2014)
Regie:
Alejandro González Iñárritu
Drehbuch: Alejandro González Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris, Armando Bo
Darsteller: Michael Keaton, Zach Galifianakis, Edward Norton, Naomi Watts, Emma Stone
Länge: 119 Minuten
Start: 29. Januar 2015

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