Tanzen bis zum Kollaps: Unser Filmtipp "Black Swan"

Die Filmtipps der Redaktion

Ballerina am Rande des Nervenzusammenbruchs: Natalie Portman tanzt sich in "Black Swan" um den Verstand. Wir sagen, warum Sie das auf keinen Fall verpassen sollten

Trainieren, hungern und noch mehr trainieren, so sieht der Alltag einer Primaballerina aus. In "Black Swan" schwebt Natalie Portman auf Zehenspitzen übers harte Parkett, bis die Knochen brechen. Nun ist die erbarmungslose Welt des Ballets nicht unbedingt ein typisches Männerthema. Aber zum Glück ist Regisseur Darren Aronofskys "Black Swan" kein typischer Tanzfilm, sondern ein knallharter Psychothriller: Beklemmend, sexy und unglaublich nervenaufreibend.

Die Story: Primaballerina Nina Sayers (Natalie Portman) erhält ihre große Chance: die Haupt- und zugleich Doppelrolle in „Schwanensee“. Sie soll den unschuldigen weißen Schwan und auch dessen schwarzen, bösen Gegenpart tanzen. Die erste Rolle ist für die kindliche Perfektionistin kein Problem, aber selbst Choreograf Thomas Leroy (Vincent Cassel) macht Nina deutlich, dass es beim schwarzen Schwan nicht um Perfektion, sondern um Leidenschaft und Verführung geht. Und das lässt sich nicht pauken. Folge: Sie ist jederzeit austauschbar. Diese ständige Angst zwingt Nina, sich gegen ihre kontrollwütige Mutter, gegen ihre Konkurrentin Lily (Mila Kunis) und vor allem gegen sich selbst zur Wehr zu setzen. Nina muss sich befreien, auch sexuell. Doch bald plagen die zerbrechliche Ballerina gruselige Halluzinationen und sie droht, an der psychischen und physischen Herausforderung zu zerbrechen.

Schonungsloser Blick auf die Perfektionsmachine Ballet
Aronofskys Blick hinter die Kulissen des Balletbetriebs ist ähnlich schonungslos wie in seinem Film „The Wrestler“ (2009), in dem er die triste Welt eines abgehalfterten Profi-Catchers zeigt. Auch in „Black Swan“ ist Ninas Verzweiflung förmlich spürbar. Jeder knirschende Knöchel oder abgerissene Fingernagel lässt den Zuschauer im Kinosessel zusammenzucken. Erfolgsdruck und Anspannung wachsen ins Unermessliche. Das liegt vor allem an einer genialen Kameraführung, dem düsteren Sound und einer überragenden Natalie Portman – die gerade für ihre Rolle als beste Hauptdarstellerin mit dem Golden Globe ausgezeichnet worden ist. Aronofsky inszeniert Ninas Psychose als eine Mischung aus Horrorschocker und Psychothriller mit Gruseleffekten, die es in sich haben. Fazit: Höllisch spannender Film über die Perfektionsmachine Bühnenshow. Noch nie war Ballet so sexy und verstörend zugleich.

Black Swan (USA 2010)
Regie: Darren Aronofsky
Drehbuch: Mark Heyman, Andres Heinz, John J. McLaughlin
Darsteller: Natalie Portman, Mila Kunis, Vincent Cassel, Barbara Hershey
Start: 20. Januar 2011

Sponsored SectionAnzeige