Vom Hänfling zum Superhelden : Unser Filmtipp "Captain America"

Die Filmtipps der Redaktion

Mit Captain America schickt Marvel Comics einen weiteren Superhelden auf die Leinwand. Wir verraten, warum der altmodische Muskelmann so sympathisch ist

Steve (Chris Evans) hat Asthma, ist kleinwüchsig, schwächlich und darf nicht in den Krieg ziehen, um fiese Nazis umzuhauen. Damit ist der Außenseiter der sympathischste Held, den die Comic-Schmiede Marvel jemals auf die große Leinwand brachte. Doch für Steve erfüllt sich ein Traum, den bestimmt jeder Mann schon einmal hatte. Durch ein Superserum verwandelt sich der schmalbrüstige Hänfling in null Komma nichts in einen ansehnlichen Muskelprotz – inklusive Sixpack, XL-Arme und Superkräfte. „Captain America“ heißt das in den Farben der Flagge der Vereinigten Staaten gekleidete Comic-Urgestein, das 1941 vor allem für Kriegspropaganda gegen die Nazis sorgte. Zum Glück hat Regisseur Joe Johnston den ursprünglichen Patriotismus zurückgefahren und einen großartigen altmodischen Abenteuerfilm geschaffen – genau richtig für einen perfekten Sommerkinoabend.

Darum geht’s:
Steve Rogers (Chris Evans) will unbedingt zur Armee, um wie sein bester Freund Bucky Barnes (Sebastian Stan) in Europa gegen die Nazis zu kämpfen. Das Problem: Aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme wird er ausgemustert. Der Wissenschaftler Dr. Abraham Erskine (Stanley Tucci) ist derart von Steves Motiven beeindruckt, dass er ihn für ein geheimes Forschungsprogramm rekrutiert und Steve mit einem mysteriösen Serum in einen Super-Soldaten verwandelt. Erskines Gegenspieler und frühere Testperson, der NS-Offizier Johann Schmidt (Hugo Weaving), schleust allerdings einen Spion ein, der Erskine ermordet und die Formel zerstört. Folge: Rogers wird von der Regierung in ein knallbuntes Kostüm gesteckt und muss als Kriegsmaskottchen „Captain America“ durch die Welt tingeln. Als sein Kumpel Bucky bei einem Gefecht in einen Hinterhalt von Schmidts Organisation gerät, beschließt Steve kurzerhand, ihn im Alleingang zu befreien...

Eine der besten Marvel-Verfilmung bislang
„Captain America“ ist geradlinig inszeniertes Popcorn-Kino, aber genau das macht den Film so charmant und zu einer sehenswerten Überraschung des Kinosommers. Die Actionszenen sind angenehm kurz und knackig. Regisseur Johnston legt mehr Wert darauf, seiner Hauptperson Menschlichkeit zu verleihen. Mit Erfolg: „Captain America“ wirkt frisch und macht Spaß. Selbst Tempo, Witz und patriotische Untertöne stimmen. Fazit: Neben dem ersten „Iron Man“ ist „Captain America“ die beste Marvel-Verfilmung bislang. Und: Der Film funktioniert auch, ohne Marvels Kino-Strategie zu kennen. Denn „Captain America“ ist der letzte Vorbote des großen Marvel-Superheldentreffen 2012. In der Kinoadaption der „Avengers“ werden neben Captain America auch Hulk, Thor und Iron Man zu sehen sein. Sollte dieses Zusammentreffen ähnlich unterhaltsam gelingen wie „Captain America“, darf man sich zu Recht darauf freuen.

Captain America (USA 2011)
Regie: Joe Johnston
Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely, Joe Simon & Jack Kirby (Comic-Vorlage)
Darsteller: Chris Evans, Hugo Weaving, Stanley Tucci, Sebastian Stan, Tommy Lee Jones
Länge: 124 Minuten
Start: 18. August

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