Nicolas Cage jagt wieder Schätze: Unser Filmtipp "Das Vermächtnis des geheimen Buches"

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In "Das Vermächtnis des geheimen Buches" lädt Nicolas Cage zur amerikanischen Geschichtsstunde inklusive Schnitzeljagd

Lederjacke, Peitsche und Hut sind out. Der moderne Abenteurer trägt Sonnenbrille und Sakko. Das will uns zumindest Produzent Jerry Bruckheimer in "Das Vermächtnis des geheimen Buches" weismachen. Die Fortsetzung des Kinohits "Das Vermächtnis der Tempelritter" von 2004 ist genau wie das Original: aalglattes Popcornkino bar jeder Logik.

Benjamin Gates (Nicolas Cage) strahlt amerikanisches Nationalbewusstsein aus. Zusammen mit seinem tollpatschigen Kumpel Poole und seiner Ex (Diane Krüger) jagt er Schätzen hinterher und arbeitet nebenbei amerikanische Geschichte auf. Vor knapp vier Jahren entschlüsselte das Team die amerikanische Unabhängigkeitserklärung und fand den Schatz der Tempelritter. In der Fortsetzung geht’s um Gates’ Familienehre.

Schnitzeljagd durch die westliche Welt
Die groteske Story: Irgendein dahergelaufener Finsterling (Ed Harris) behauptet, Gates’ Urahn hätte geholfen, Präsident Lincoln zu ermorden. Der Patriot Gates wird bei so etwas natürlich fuchsteufelswild und tut alles, um die Unschuld seines geliebten Ur-Ur-Opas zu beweisen. Er schreckt nicht einmal davor zurück, den amerikanischen Präsidenten zu entführen, das Drehbuch will es so. Und sonst? Na ja, es folgt die obligatorische Schnitzeljagd durch die üblichen Actionkulissen in Paris und London, die in einer verschollenen Indianerstadt aus Gold unter Mount Rushmore endet.

Warten auf "Indiana Jones 4"
Ja, "Das Vermächtnis des geheimen Buches" ist ein typischer Abenteuer-Action-Film. Die Handlung ist genauso grotesk wie der Name des Films, ein wohl notwendiges Zugeständnis an den Titel des ersten Teils (im Original hieß dieser übrigens "National Treasure"). Ben Gates wäre wohl gerne der neue Indiana Jones. Wo Indy allerdings verschmitzt rustikal und manchmal politisch herrlich unkorrekt daherkommt, rumpelt Gates alias Nicolas Cage mit Dackelblick und Fönfrisur hilflos durch die Kulissen. Jetzt nicht falsch verstehen: "Das Vermächtnis des geheimen Buches" ist durchaus unterhaltsam und actiongeladen – vergleichbar etwa mit "Tombraider" (leider läuft nirgendwo Angelina Jolie durchs Bild). Wer allerdings richtiges Abenteuerkino erwartet, sollte sich noch ein paar Monate gedulden und auf den vierten "Indiana Jones" warten. "Das Vermächtnis des geheimen Buches" hingegen wirkt zu häufig wie eine Persiflage seiner selbst. Harrison Ford, übernehmen Sie!

Das Vermächtnis des geheimen Buches (USA 2007)
Regie: Jon Turteltaub
Buch: Marianne Wibberley und Cormac Wibberley
Darsteller: Nicolas Cage, Justin Bartha, Diane Krüger, Jon Voight, Ed Harris,
Helen Mirren
Länge: 124 Minuten
Start 24. Januar 2008

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