Superheld mit großer Klappe: Unser Filmtipp "Deadpool"

Marvels selbstironischer Anti-Superheld „Deadpool“ hat für Schurken, Zuschauer und Filmbranche nur bitterbösen Spott übrig
Trailer zum Actionfilm "Deadpool"

Großmäulig, geschmacklos, großartig. Marvels selbstironischer Anti-Superheld „Deadpool“ hat für Schurken, Zuschauer und Filmbranche nur bitterbösen Spott übrig

Tumor ist, wenn man trotzdem lacht. Marvels Comic-Star Deadpool wurde durch mutierte Krebstumoren unsterblich. Und sieht nach eigenen Angaben jetzt so aus wie „ein Hoden mit Zähnen.“  Im Gegensatz zu seinen Kollegen von den X-Men ist der Anti-Held im roten Lederdress aber auf Krawall gebürstet, stiftet hauptsächlich Chaos und ist sich für keinen noch so blöden Witz zu schade: Großmaul Deadpool macht sich über seine Gegner, Superheldenfilme, die Filmbranche, aber vor allem über sich selbst und sein Aussehen lustig. Mit den anderen Comic-Verfilmungen und Action-Blockbustern von Marvel hat das wenig zu tun. Zum Glück! Denn Deadpool ist eine herrlich unterhaltsame, absurde und bitterböse Parodie derselben – mit viel schwarzem Humor, Klamauk und Splatter-Action. 

Anti-Superheld Deadpool holt sich Unterstützung bei den X-Men
Anti-Superheld Deadpool holt sich Unterstützung bei den X-Men

Darum geht’s in Deadpool: Söldner und Ex-Soldat Wade Wilson (Ryan Reynolds) hat gerade seiner Freundin Vanessa (Morena Baccarin) einen Heiratsantrag gemacht als er erfährt, dass er Krebs im Endstadium hat. Seine letzte Chance: Der zwielichtige Ajax (Ed Skrein) verspricht Wade nicht nur Heilung, sondern auch einen Superhelden aus ihm zu machen. Doch Bösewicht Ajax hat eigene Ziele. Er will aus Wade einen Supersklaven schaffen und foltert ihn so lange, bis dieser zu einem mit Tumoren übersäten Supermonster mutiert. Wade kann allerdings entkommen und zwängt seinen entstellten Körper fortan in einen rot-schwarzen Leder-Onesie, um Rache zu üben.

Bösewicht Ajax (Ed Skrein) foltert Krebspatient Wade (Ryan Reynolds) zum Superhelden
Bösewicht Ajax (Ed Skrein) foltert Krebspatient Wade (Ryan Reynolds) zum Superhelden

Superheld plaudert mit Zuschauern
Der abgedrehte Humor von Deadpool ist nichts revolutionär Neues. Den gab’s bereits in Kick-Ass oder Guardians of the Galaxy. Der Unterschied: Deadpool setzt auf Dauerbeschallung. Keine Minute ohne Gag, Spruch oder Kalauer.  Plus: Der Anti-Held mit losem Mundwerk plaudert sogar mit den Zuschauern, den Filmproduzenten, gibt Regieanweisungen oder irritiert den Kameramann, indem er Kaugummis auf dessen Linse klebt. Das ist durchweg witzig und lenkt etwas von der geradlinigen, geradezu langweiligen Story ab. Wenn’s gut läuft, ist Deadpool eine grandios komische Abrechnung mit dem Action-Blockbusterkino – wenn’s nicht so gut läuft, eine klamaukige und brutale Action-Komödie.

Fazit: Deadpool ist eine coole Sau. Und Ryan Reynolds legt eine herrlich komische One-Man-Show mit Dauerfeuer-Gaglawine im Stand-Up-Comedian-Stil hin. Heißt: Die durchgeknallte und blutige Superhelden-Parodie ist in jedem Fall sehenswert.  Selbst der legendäre Cameo-Auftritt von Marvel-Comicautor Stan Lee ist erstmals richtig lustig.

Deadpool (USA/Kanada 2016)

Regie:

Tim Miller

Drehbuch:

Rhett Reese, Paul Wernick

Darsteller:

Ryan Reynolds, Morena Baccarin, Ed Skrein

Länge: 

108 Minuten

Start: 

11. Februar 2016

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