Tom Hanks gewinnt den kalten Krieg: Unser Filmtipp "Der Krieg des Charlie Wilson"

Die Filmtipps der Redaktion

In "Der Krieg des Charlie Wilson" besorgt Tom Hanks Raketenwerfer für Afghanistan und zeigt, wie Politik in den 80ern funktionierte

Zehn Uhr morgens. Erstmal ein Glas Scotch. So mag es Charlie Wilson. Seine Cowboystiefel drapiert er dabei gerne auf den Coachtisch in seinem Büro. Charlie Wilson ist Kongressabgeordneter aus Texas – ach ja, und hat nahezu in Eigenregie die Sowjets aus Afghanistan rausgeschmissen. Die Politsatire "Der Krieg des Charlie Wilson" ist zwar nicht politisch korrekt, dafür aber äußerst unterhaltsam.

"Tippen kann man Ihnen beibringen. Brüste wachsen nicht"
Charlie Wilson (Tom Hanks) ist ein Sinnbild der 80er. Whisky, Frauen, Partys, Drogen. Sein Sekretärinnen haben allesamt Playmate-Format. Motto: "Das Tippen kann man Ihnen beibringen. Sich Brüste wachsen zu lassen nicht." Schön politisch unkorrekt, Charlie ist eben ein Mann mit vielen Charakterschwächen. Aber auch mit Prinzipien: Kommunisten kann er nicht ausstehen.

Zusammen mit der erzkonservativen Jetset-Diva Joanne Herring (Julia Roberts) und dem cholerischen CIA-Agenten Gust Avrakatos (brilliant: Philip Seymor Hoffman) gelingt es ihm, der US-Regierung einen Milliardenbetrag aus dem Kreuz zu leiern, um die Afghanen im Kampf gegen die Sowjets zu unterstützen. Seine Hartnäckigkeit führt letztlich zum Abzug der sowjetischen Besatzungsmacht. Ironie des Schicksals: Amerika unterstützt und versorgt genau die Menschen mit Waffen, die Jahre später zu ihren Feinden werden.

10 Jahre Zeitgeschichte in 97 Minuten
Regisseur Mike Nichols zeigt in "Der Krieg des Charlie Wilson" (nach dem gleichnamigen Buch von George Crile) politisches Zeitgeschehen in unterhaltsamer und leicht verdaulicher Art. Das hat natürlich nicht viel mit der Realität zu tun. Wilson ist hier Heldenfigur und Visionär zugleich. Er ahnt am Ende – so will uns der Film glauben machen – sogar schon die Machtergreifung der Taliban und die Taten von Al-Qaida. Zehn Jahre Zeitgeschichte lassen sich eben nicht in 97 Minuten durchziehen. Unser Fazit: Dem Film hätte etwas mehr Biss gut getan, aber dennoch: exzellente Unterhaltung.

Der Krieg des Charlie Wilson (USA 2007)
Regie: Mike Nichols
$(text:b:Buch:
Aaron Sorkin
Darsteller: Tom Hanks, Julia Roberts, Philip Seymor Hoffman
Länge: 97 Minuten
Start: 07. Februar 2008

Sponsored SectionAnzeige