Allein gegen die Moskau-Verschwörung: Unser Filmtipp "Die vierte Macht"

Trailer zum Film
Trailer zum Film "Die vierte Macht"

In "Die vierte Macht" legt sich Moritz Bleibtreu als Journalist mit der russischen Politspitze und dem Geheimdienst an. Ein mutiger und spannender Thriller, wie wir finden

Bei der Wahl des Kinostarts für den Polit-Thriller Die vierte Macht kann man wohl von so etwas wie perfektem Timing sprechen. Denn ein Film, der die widrigen Machenschaften des russischen Geheimdienstes und der politischen Spitze anprangert, passt zu Zeiten, in denen sich auch hierzulande viele Nachrichtensendungen mit der umstrittenen Wiederwahl Wladimir Putins beschäftigen. Politisch brisant und mutig ist das Ganze also auf alle Fälle schon einmal. Aber das neueste Werk von Regisseur Dennis Gansel (Die Welle) ist auch ein richtig guter, weil spannender und top besetzter Polit-Thriller.

Der Berliner Szenejournalist Paul Jensen (Moritz Bleibtreu) steckt in einer Lebenskrise und flieht nach Moskau
Klatschreporter Paul Jensen (Moritz Bleibtreu) lässt sich mit der schönen, geheimnisvollen Katja (Kasia Smutniak) ein

Darum geht’s: Der Berliner Szenejournalist Paul Jensen (Moritz Bleibtreu) steckt in einer Lebenskrise und flieht deshalb zu seinem Mentor Alexej Onjegin (Rade Serbdzija) nach Moskau. Dort soll er dessen Boulevard-Blatt „Moscow Match“ zu neuem Glanz verhelfen. Mithilfe des Fotografen Dima (Max Riemelt) taucht Jensen ein in das Moskauer Nachtleben, sein Leben gleicht schnell einem nicht enden wollenden Party-Marathon. Als eines Tages vor seinen Augen auf offener Straße ein bekannter, regimekritischer Journalist erschossen wird, ändert sich das schlagartig. Von der schönen, geheimnisvollen Katja (Kasia Smutniak) lässt er sich dazu verleiten, einen politisch motivierten Nachruf zu veröffentlichen und gerät damit ins Visier politischer Strippenzieher. Als Katja kurz darauf bei einem Bombenanschlag ums Leben kommt, wird Jensen wegen Verdachts aus Mittäterschaft angeklagt und in ein schäbiges, menschenunwürdiges Gefängnis verfrachtet. Dort wird ihm langsam klar, in was für ein Komplott er geraten ist und wie mächtig und gefährlich seine Gegner wirklich sind…

Journalist Paul Jensen (Moritz Bleibtreu) gerät ins Visier politischer Strippenzieher
Die vierte Macht: ein Albtraum-Trip durch ein politisch zerrissenes Moskau

Albtraum-Trip durch Moskau
Regisseur Dennis Gansel schickt seinen Protagonisten auf einen Albtraum-Trip durch ein politisch zerrissenes Moskau. Neben der sehr temporeichen Inszenierung ist die starke Besetzung das größte Plus des Films. Moritz Bleibtreu nimmt man seine Mutation vom Klatschreporter zum investigativen Vorzeige-Journalisten ab, Kasia Smutnjak ist extrem sexy und geheimnisvoll zugleich, und Rade Serbedzija glänzt als Jensens alter Mentor. Der Spannungsbogen ist nonstop auf einem hohen Niveau und auch die Action-Sequenzen können sich sehen lassen. Inkonsequent und ärgerlich ist leider die nicht ganz schlüssige Auflösung.

Fazit: Sieht man über die kleinen Schwächen hinweg, bietet Die vierte Macht spannende, kurzweilige und brisante Kinounterhaltung.

Die vierte Macht (Deutschland 2011)
Regie & Drehbuch:
Dennis Gansel
Darsteller: Moritz Bleibtreu, Kasia Smutniak, Max Riemelt, Rade Serbedzija, Stipe Erceg
Länge:
115 Minuten
Start:
8. März

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