Sexunterricht für beste Freunde: Unser Filmtipp "Freunde mit gewissen Vorzügen"

Die Filmtipps der Redaktion

Justin Timberlake und Mila Kunis testen in „Freunde mit gewissen Vorzügen“, ob Sex eine Freundschaft kaputt macht. Und wir testeten, ob so eine Handlung auch was für Kerle ist

"Gääääähn, laaaaangweilig." So in etwa dürfte die spontane Reaktion der meisten Männer ausfallen, wenn ihre Freundin sie in den Film "Freunde mit gewissen Vorzügen" schleppen will. Mann und Frau sind befreundet. Sie haben Sex. Aus Freundschaft wird Liebe. Puh, so ein Streifen geht gar nicht, oder? Und dann spielt da auch noch dieser ehemalige Boygroup-Schnösel Justin Timberlake mit...ätzend. Und Mila Kunis...Moment, jetzt wird’s ja doch interessant. Aber nicht nur sexy Mila macht diesen (auf den ersten Blick) Mädchenfilm auch für Männer sehenswert. Denn Regisseur Will Gluck ist es gelungen, die simple Handlung, die übrigens sehr der des gerade im Kino gelaufenen Films "Freundschaft Plus" ähnelt, echt witzig und mit überraschenden Slapstick-Momenten zu verfilmen. Und Timberlake und Kunis spielen auch lockerer und mit mehr Selbstironie auf als ihre "Freundschaft Plus"-Pendants Natalie Portman und Ashton Kutcher.

Darum geht’s: Headhunterin Jamie (Kunis) lockt den aufstrebenden Art Director Dylan (Timberlake) von Los Angeles nach New York und hilft ihm dabei sich in der neuen Stadt einzuleben. Dabei freunden sich die beiden an und sind bald so eine Art „beste Kumpels“. Beide haben nach zuletzt schlechten Erfahrungen keinen Bock auf eine feste Beziehung – aber der Sex fehlt ihnen schon. Und als Dylan in Bierlaune dann eines Abends anmerkt, dass Sex ja eigentlich nichts anderes sei als Tennis spielen, entschließen sie sich dazu, einfach mal eine Runde „Sport zu treiben“. Bei dem einen Mal bleibt es natürlich nicht, und natürlich merken die beiden irgendwann, dass das mit dem „ganz ohne Gefühle“ nicht wirklich hinhaut...

Kein Schnulzen-Einheitsbrei
Ja, wir geben zu, die Story ist ein alter Hut und nicht besonders originell. Aber irgendwie macht „Freunde mit gewissen Vorzügen“ Laune und bietet kurzweilige Kinounterhaltung. Dass Mila Kunis in etlichen Szenen leicht bis gar nicht bekleidet durch die Gegend rennt, trägt natürlich seinen Teil dazu bei. Doch es sind vor allem die vielen witzigen, leicht überdreht inszenierten Momente, die diesen Film vom Schnulzen-Einheitsbrei abheben. Einzig die Tatsache, dass Regisseur Gluck am Ende noch ein bisschen Familiendrama einbauen will und das unvermeidliche Happy End doch sehr erwartbar ausfällt, stört den ansonsten herrlich blöden Film. Justin Timberlake, der ja nicht erst in „The Social Network“ seine schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt hat, zeigt, dass er auch in einer Komödie nicht fehl am Platze ist. Und dann ist da ja auch noch Woody Harrelson, der als schwuler Sportjournalist die skurrilsten Auftritte hat.

Fazit: Reingehen, amüsieren, wieder vergessen. „Freunde mit gewissen Vorzügen“ ist definitiv sehr leichte Kost, aber insgesamt echt gut gemacht. Keine große Kinokunst, aber perfekt für einen Gute-Laune-Kinoabend mit der Liebsten.

Freunde mit gewissen Vorzügen (USA 2011)
Regie: Will Gluck
Drehbuch: Keith Merryman, David A. Newman, Will Gluck
Darsteller: Justin Timberlake, Mila Kunis, Woody Harrelson, Patricia Clarkson
Länge: 109 Minuten
Start: 8. September

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