Gerard Butler sieht rot: Unser Filmtipp "Gesetz der Rache"

Die Filmtipps der Redaktion

In "Gesetz der Rache" jagt Gerard Butler alle, die den Tod seiner Familie zu verantworten haben. Wir sagen, ob Sie ihn dabei begleiten sollten

Man mag ja zum Thema Selbstjustiz stehen wie man will. Aber es gibt unbestritten Filme, die persönliche Rachefeldzüge auf irgendwie unterhaltsame Art und Weise darstellen. Sei es der kompromisslose Genre-Vorreiter "Ein Mann sieht rot" (1974) mit Charles Bronson oder jüngst "Die Fremde in dir" (2007) mit Jodie Foster: knallharte Thriller, die sich trotz des heiklen Themas moralisch nicht positionieren. Punkt. Leider gelingt F. Gary Gray das in seinem neuesten Werk "Gesetz der Rache" nicht. Gut, lässt man sein Hirn größtenteils an der Kinokasse zurück, kann man an dem immerhin spannend inszenierten Trash seinen Spaß haben. Macht man sich aber ernsthaft Gedanken über Logik und vor allem die Message, die der Streifen transportiert, ist Schluss mit lustig.

Zur Story: Clyde Shelton (Gerard Butler) muss mit ansehen, wie Frau und Tochter brutal ermordet werden. Durch einen obskuren Deal mit dem Staatsanwalt Nick Rice (Jamie Foxx) kriegt einer der beiden Täter eine lächerliche Haftstrafe, der andere wird zum Tode verurteilt. Zehn Jahre danach beginnt Sheltons Rache-Marathon. Am Tag der Hinrichtung des einen entführt Shelton den mittlerweile frei gelassenen anderen Täter und quält ihn auf grausamste Art und Weise zu Tode. Dann lässt er sich schnappen, gibt alles zu und beginnt sein perfides Spielchen mit Anwalt Rice und dem gesamten Justizsystem der USA. Seine Spielregeln: Entweder Rice und Co. ändern das Justizsystem, oder Shelton bringt nacheinander alle um, die damals mit dem Mord an seiner Familie zu tun hatten. Anwälte, Richter, Helfer, alle. Zunächst glaubt man ihm nicht (schließlich ist er ja im Knast) – doch dann stirbt der Erste...

Fragwürdiges Gemetzel mit putziger Auflösung
Was dann folgt, ist ein phasenweise sehr brutales Psycho-Duell zwischen den beiden Hollywood-Schwergewichten. Zu brutal. Warum sticht Shelton Minuten lang auf einen Mithäftling ein? Warum fliegt das Gehirn einer Richterin im hohen Bogen durchs Bild? Man muss mehr als ein Auge zudrücken, um an diesem moralisch sehr fragwürdigen Gemetzel seinen Spaß zu haben. Aber selbst wenn man sich darauf einlässt, kommt "Gesetz der Rache" dann noch mit einer fast putzig-lächerlichen Auflösung um die Ecke, die dem Ganzen die Absurditäts-Krone aufsetzt.

Fazit: Der sozialkritische Ansatz nach dem Motto „Recht ist nicht immer Gerechtigkeit“ ist lobenswert – aber die tumbe Holzhammer-Umsetzung in "Gesetz der Rache" sorgt beim Zuschauer eher für Kopfschütteln als dass er zum Nachdenken angeregt wird. Logiklöcher und die platte Auflösung könnten selbst den größten Trash-Fans den Rest geben. Schade: viel gewollt, viel falsch gemacht!

Gesetz der Rache (USA 2009)
Regie: F. Gary Gray
Drehbuch: Kurt Wimmer
Darsteller: Gerard Butler, Jamie Foxx, Leslie Bibb
Länge: 108 Minuten
Start: 19. November 2009

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