Jack Black wächst über sich hinaus: Unser Filmtipp "Gullivers Reisen"

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In der Literaturverfilmung "Gullivers Reisen" landet Jack Black auf einer von Miniaturmenschen bevölkerten Insel – und sorgt für kurzweiligen Kinospaß

Wer sich einen Film mit Jack Black anschaut, weiß in der Regel, was ihn erwartet. Mit bekloppt-witzigen Streifen wie "School of Rock" (2003) oder "Abgedreht" (2008) hat sich Black in der Riege der beliebtesten Hollywood-Spaßmacher etabliert. Und auch in "Gullivers Reisen" macht der Komiker das, was er am besten kann. Er schneidet Grimassen, spielt wild Luftgitarre, schlurft leicht trottelig durch die Gegend und reißt dabei ein Witzchen nach dem anderen. Dass Regisseur Rob Letterman in seiner Interpretation der Gulliver-Abenteuer die bissig-satirischen Untertöne des Originals von Jonathan Swift weglässt, ist auf der einen Seite schade – macht diese Jack-Black-One-Man-Show aber letztlich zu genau der leicht verdaulichen Familienkomödie, die sie sein soll.

Die Story: Gulliver (Black) versauert seit Jahren in der Postabteilung eines Magazins, kommt im Job nicht weiter und ist zudem noch unsterblich in die hübsche Reiseredakteurin Darcy (Amanda Peet) verknallt. Als diese kurzfristig jemanden für eine Reportage über das Bermudadreieck sucht, meldet sich Gulliver, um seiner Angebeten zu imponieren. Auf der Reise gerät Gullivers Boot aber in einen fiesen Wirbelsturm, und der sympathische Loser wacht plötzlich gefesselt an einem Strand auf – umgeben von einer Horde Miniaturmenschen, der Marine Liliputs. Anfangs noch als riesiges "Biest" eingesperrt, wird Gulliver nach und nach zum Beschützer des Völkchens und baut sich durch ein wirres Lügengebilde einen echten Heldenstatus auf. Nebenbei hilft er auch noch seinem Mini-Kumpel Horatio (Jason Segel) dabei, das Herz der niedlichen Königstochter Mary (Emily Blunt) zu erobern – bis Gullivers Lügengeschichten plötzlich auffliegen und das Chaos erst richtig los geht.

Launiger Film auf niedrigem Niveau
Mit 89 Minuten ist "Gullivers Reisen" recht kurz geraten. Was wahrscheinlich aber auch ganz gut ist, denn – so witzig der ein oder andere Moment auch sein mag – viel länger hätte man das insgesamt recht niedrige Niveau von Gags und Handlung sowie vor allem die überflüssigen und schlechten 3D-Effekte nicht ertragen. So aber reichen ein paar gelungene Slapstick-Momente, das launige Spiel von Jack Black sowie die sexy-charmanten Auftritte von Amanda Peet und Emily Blunt für einen Kinoabend der Kategorie "Ansehen, amüsieren, vergessen."

Fazit: "Gullivers Reisen" ist kurzweiliger Kinospaß im Hirn-aus-Modus.

Gullivers Reisen (USA 2010)
Regie: Rob Lettermann
Drehbuch: Annie Penn, basierend auf „Gullivers Reisen“ von Jonathan Swift
Darsteller: Jack Black, Jason Segel, Amanda Peet, Emily Blunt
Länge: 89 Minuten
Start: 10. Februar

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