Will Smith als Anti-Held: Unser Filmtipp "Hancock"

Die Filmtipps der Redaktion

Superstar Will Smith in Spandex-Hosen. In "Hancock" mausert er sich vom Rüpel mit Superkräften zur verantwortungsbewussten Heldenfigur

Dieser Superheld ist gefährlich: John Hancock (Will Smith) trinkt, stinkt, pöbelt rum und hinterlässt zertrümmerte Autobahnen, eingedellte Züge und zerstörte Wolkenkratzer. Alles im Dienste der Menschheit natürlich. Die reagiert allerdings mit Undank: Keiner hat ihn lieb, selbst Autogramme will niemand haben. Stattdessen wollen sie ihn hinter Gittern sehen. Kurz, Hancock ist ein Superheld mit einem PR-Problem. Das wiederum ruft den Weltverbesserer und PR-Berater Ray Embrey (Jason Bateman) auf den Plan, der aus Hancock einen liebenswerten, verantwortungsbewussten Superhelden zaubern will. Heidi Klum hätte den Film bestimmt "America’s Next Superhero" genannt. Klingt nicht sehr tiefgründig. Ist es auch nicht. "Hancock" ist einfach gestricktes Action-Kino zum Zurücklehnen.

Frisch gekämmt in den Kampf
Hancock, immer mit Whiskey-Pulle und einer beeindruckenden Alkoholfahne unterwegs, rettet PR-Mann Ray das Leben. Als Dank will Gutmensch Ray Hancocks Image aufmöbeln. Der grantelnde Anti-Held soll fortan immer "Danke" sagen und ein hautenges Spandex-Kostüm tragen. Zudem wird er erst einmal hinter Gittern geschickt. Ray will beweisen, dass in Abwesenheit einer Heldenfigur die Verbrechen rapide zunehmen. Während Hancock in der gefängnisinternen Selbsthilfegruppe sein Heil sucht, versinkt die Stadt im Chaos. Mit neuem Outfit und frisch gekämmt bekommt Hancock endlich die Anerkennung, die er schon immer wollte. Nur Rays Frau Mary (Charlize Theron) hat offenbar einiges dagegen…

Bad Boy – diesmal mit Wollmütze
2008 ist das Jahr der Superhelden. Nach "Iron Man" und den noch ausstehenden neuen Kapiteln von "Hulk", "Batman" und "X-Men" nun also ein Anti-Held namens Hancock. Regisseur Peter Berg hatte eine nette Idee, die jetzt zum Sommer-Blockbuster inklusive Megastars werden soll. Leider ist es eben nur eine nette Idee. Der Originalitäts-Bonus ist bereits nach einer viertel Stunde verpufft.

Und Will Smith spielt nicht anders, als man es aus den "Bad Boys"-Filmen gewohnt ist. Diesmal nur mit Wollmütze. Auch ein ernst zu nehmender Bösewicht hätte dem Film ganz gut getan. Aber was soll’s? Popcorn raus und zurück lehnen! Unser Fazit: Nette Action-Unterhaltung ohne Tiefgang, die Sie garantiert vergessen werden, wenn Sie das Kino wieder verlassen.

Hancock (USA 2008)
Regie: Peter Berg
Buch: Vincent Ngo, Vince Gilligan
Darsteller: Will Smith, Charlize Theron, Jason Bateman
Länge: 92 Minuten
Start: 3. Juli 2008

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