Weltrettung per Wurmloch: Unser Filmtipp "Interstellar"

In „Interstellar“ sucht die Menschheit in den Weiten des Alls nach einem neuen Zuhause. Wenn Sie ein actionreiches Weltraum-Epos suchen, das Sie Raum und Zeit vergessen lässt, sind Sie hier genau richtig

Eines vorweg: Interstellar ist kein leichter Film. Regisseur Christopher Nolan (Inception, The Dark Knight) bombardiert Sie darin 3 Stunden lang mit halbwissenschaftlichen Überlegungen zu Zeitsprüngen, Wurmlöchern, Quantenphysik, Relativitäts- und Gravitationstheorie. Puh…  Zum Glück überzeugt Interstellar auch ohne Astrophysik-Studium. Und zwar mit viel Action und atemberaubenden Bildern aus den Weiten des Weltraums, die man so noch nie gesehen hat. Nolans Weltraum-Oper ist ein audiovisuelles Kino-Spektakel, das Sie Raum und Zeit vergessen lässt. Selbst wenn die pseudowissenschaftliche Story einer Weltrettung per Wurmloch einem Logik-Check keine Minute standhält.

Astronaut Cooper (Matthew McConaughey) sucht in den Weiten des Alls nach bewohnbaren Planeten
Astronaut Cooper (Matthew McConaughey) sucht in den Weiten des Alls nach bewohnbaren Planeten

Darum geht’s in Interstellar: In einer nahen Zukunft steht das Leben auf der Erde kurz vor dem Aus. Staubstürme fegen übers Land, der Sauerstoff wird knapp. Internet und technische Errungenschaften sind bedeutungslos. Die Menschen setzen auf Landwirtschaft, damit sie nicht verhungern oder ersticken müssen. Farmer und Ex-Astronaut Cooper (Matthew McConaughey) stößt durch Zufall auf ein Geheimprojekt der für aufgelöst erklärten Weltraumbehörde NASA. Die sucht gerade einen Piloten für eine Art Himmelfahrtskommando zu den Sternen. Vor Jahren schickte die NASA durch ein mysteriöses Wurmloch nahe Saturn diverse Expeditionen, um in einer fremden Galaxie nach bewohnbaren Planeten zu suchen. Jetzt sollen Cooper und sein Team den vielversprechendsten Kandidaten auswählen, zu dem die Menschheit umsiedeln kann. Dafür muss sich Cooper von seinem Sohn und seiner Tochter für Jahre oder möglicherweise für immer verabschieden.

Cooper (Matthew McConaughey) muss sich von seiner Tochter für Jahre oder möglicherweise für immer verabschieden
Cooper (Matthew McConaughey) muss sich von seiner Tochter für Jahre oder möglicherweise für immer verabschieden

Galaktische Achterbahnfahrt
Das Publikum muss in Interstellar viele mathematisch-physikalischen Theorien zu Wurmlöchern, Schwarzen Löchern und Gravitation über sich ergehen lassen, wird dafür aber auch mit einem hochspannenden, optischen Feuerwerk belohnt. Plus: Der monumentale Soundtrack wird Sie so in seinen Bann ziehen, dass die vielen Ungereimtheiten im Plot gar nicht erst auffallen. Dafür sorgen auch die spannenden Action-Szenen und humorigen Auftritte der beiden Roboter, die Coopers Team begleiten. Einziges Problem: Nolan versucht jedes Zeitreise-Paradoxon und jeden Haken, den seine Story nimmt, zu erklären, so dass am Ende alles, aber auch alles einen Sinn ergibt. Das wird dem einen oder anderen nicht so richtig schmecken. Denn einige Dinge überlässt man doch lieber der Fantasie des Zuschauers.

Fazit: Weltraum-Action, Zeitreise und Apokalypse – Christopher Nolans galaktische Achterbahnfahrt hat alle Zutaten für einen Science-Fiction-Meilenstein. Ein Meisterwerk? Vielleicht nicht. Aber Interstellar ist DAS Kinoereignis des Herbstes.

Interstellar (USA 2014)
Regie:
Christopher Nolan
Drehbuch:
Jonathan Nolan, Christopher Nolan
Darsteller:
Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Jessica Chastain, Michael Caine
Länge: 169 Minuten
Start:
6. November 2014

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