Mit Sport gegen Apartheid: Unser Filmtipp "Invictus"

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Rugby als Völkerverständigung: Clint Eastwood inszeniert in "Invitus" Südafrikas Weg aus der Apartheid als mitreißendes Sportdrama

Jeder kennt die Szene: Am 4. Juli 1954 schießt Helmut Rahn die deutsche Fußball-Mannschaft in der 84. Spielminute zum Weltmeister. Die Folge: Freudentaumel im ganzen Land. So eine Art Wunder von Bern gab’s auch in Südafrika: zur Rugby-Weltmeisterschaft 1995 im eigenen Land. In Clint Eastwoods "Invictus" nutzt der damalige Präsident Nelson Mandela den Rugby-Worldcup, um das von Apartheid gezeichnete Land zu versöhnen. Eastwood gelingt dabei das Kunststück, ein spannendes Politdrama mit einem bewegenden Sportfilm zu verbinden. Nicht zuletzt durch großartige Schauspieler – allen voran Morgan Freeman als Mandela.

Mandela schreibt Sportgeschichte
"Invictus" ist ein modernes Sportmärchen. Denn, ähnlich wie seine Kritiker, fragt man sich immer wieder: Hat Mandela, der 27 Jahre auf einer Gefängnisinsel eingesperrt war und 1994 als Präsident fast 100 Jahre Apartheid (Rassentrennung) beendet, nichts Besseres zu tun, als sich um den Rugby-Sport der weißen Minderheit zu kümmern? Probleme hat das Land genug: Hass zwischen Schwarz und Weiß, steigende Kriminalität, Hunger, Arbeitslosigkeit. Doch Mandela (Freeman) hat Großes vor. Mit großem Enthusiasmus und dem Mannschaftskapitän Francois Pienaar (Matt Damon) macht er das von Schwarzen gehasste weiße Rugby-Nationalteam "Springboks" zu Botschaftern der Versöhnung. Bei der WM im eigenen Land im Juni 1995 starten die Südafrikaner zunächst als chancenlose Außenseiter. Was folgt, hat Sportgeschichte geschrieben. Mit einem der bewegendsten Momente des Ballsports: Mandela überreicht im Trikot der Springboks den Siegerpokal ans eigene Team.

Mitreißender und glaubwürdiger Sportfilm
Natürlich war Südafrikas Weg aus der Apartheid komplexer als uns "Invictus" glauben lassen will. Eastwood achtet weniger auf Zeitgeschichtliches, sondern auf die Botschaft des Films. Dabei geht er nicht gerade subtil zu Werke. Eastwood setzt auf große Emotionen und konventionelle Erzählmethoden. Mit Erfolg. "Invictus" ist ein mitreißender und vor allem glaubwürdiger Sportfilm. Letzteres liegt vor allem an der schauspielerischen Leistung von Morgan Freeman und Matt Damon (beide Oscar-nominiert). Die Botschaft, Sport überwindet selbst Rassenhass, mag etwas naiv sein, weckt aber dennoch Hoffnung. Dass Sport Menschen näher zusammenbringt, bleibt allerdings unbestritten. Wie wir spätestens bei der Fußball-WM in Südafrika diesen Sommer wieder feststellen werden. Fazit: Kein Wunder von Bern, aber mindestens genauso ergreifend.

Invictus – Unbezwungen (USA 2009)
Regie: Clint Eastwood
Drehbuch: Anthony Peckham, John Carlin (Buchvorlage)
Darsteller: Morgan Freeman, Matt Damon, Adjoa Andoh
Länge: 133 Minuten
Start: 18. Februar

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