Eiserner Superheld in Lebenskrise: Unser Filmtipp "Iron Man 2"

Die Filmtipps der Redaktion

Robert Downey Jr. muss sich in "Iron Man 2" mit seinem angeknacksten Ego und neuen Schurken herumschlagen. Ein Favorit in unserer Filmtipp-Sammlung und absolut sehenswert

Darauf haben wir zwei Jahre gewartet: Die fliegende Hightech-Blechbüchse "Iron Man" ist zurück. Doch die Fortsetzung der Marvel-Comic-Verfilmung weckt hohe Erwartungen. Schließlich war der Vorgänger einer der besten Actionfilme der letzten Jahre: großartiges Heldenkino mit viel subtilem Humor und bissiger Gesellschaftskritik, nicht zuletzt dank der schauspielerischen Qualitäten von Robert Downey Jr. Dieser muss als Tony Stark in "Iron Man 2" selbstverständlich wieder die Welt retten. Vorher hat der eitle und milliardenschwere Playboy allerdings eine Lebenskrise durchzustehen. Das Problem: Hier verzettelt sich Regisseur Jon Favreau gewaltig. Zu viele Handlungsstränge, aus denen der Film aufgrund von Zeit- und Platzmangel zu wenig macht. Auch vom Humor des ersten Films ist wenig übrig. Dennoch ist "Iron Man 2" ein kurzweiliger Actionspaß, der nicht nur auf Bombast-Effekte setzt, sondern sich auf seine Charaktere konzentriert.

Die Story: Tony Stark (Downey Jr.), der quasi im Alleingang den Weltfrieden gesichert hat, outet sich als Superheld "Iron Man". Grund genug, sich auf diversen Show-Events ordentlich feiern zu lassen. Doch hinter der Rockstar-Fassade gibt‘s Probleme: Der Wunderreaktor in Starks Körper vergiftet sein Blut. Iron Man siecht langsam dahin und hat zudem Probleme, sich seiner Verantwortung als Konzern-Chef und Superheld zu stellen. Lieber übergibt er seiner Assistentin und heimlichen Liebe Pepper Pots (Gwyneth Paltrow) den Firmenvorsitz. Auch Militär und US-Regierung sind sauer. Sie wollen Iron Mans Wunderrüstung lieber selbst weiterentwickeln. Und damit nicht genug: Waffenproduzent Justin Hammer (Sam Rockwell) und ein irrer russischer Atomphysiker mit Elektropeitsche (Mickey Rourke) haben auch eine Rechnung mit Tony Stark zu begleichen.

Gelungenes Superheldendebüt von Scarlett Johansson
"Iron Man 2" nimmt erst gegen Ende richtig Fahrt auf. Das wird Action-Liebhaber etwas enttäuschen, stört aber nicht weiter, obwohl einige der CGI-Kämpe etwas lieblos wirken. Einzig die vielen Story-Nebenschauplätze, die eingeführt aber nicht richtig ausgenutzt werden, schaden dem Film: Superheld in Lebenskrise, Abrechnung mit Politik und Militär, heimliche Liebe, Vaterkonflikte, neue Gegner und ein halbes Dutzend neuer Helden, die eine Geschichte brauchen. "Iron Man 2" muss einiges erzählen und erklären und hakt dabei zu viel zu schnell ab. Bemerkenswert ist hingegen das Superheldendebüt von Scarlett Johansson als undurchsichtige Natasha Romanoff, alias Black Widow, die mit gekonnten Schlägen und Tritten für Abwechslung sorgt.

Generalprobe für „The Avengers“
Unterm Strich bleibt "Iron Man 2" ein unterhaltsamer Superheldenspaß, der wie der dazugehörige AC/DC-Soundtrack etwas seelenlos wirkt. Hauptsächlich dient der Film wohl dazu, die Kinoadaption des Superhelden-Teams "The Avengers" ("Die Rächer") vorzubereiten. Darin kämpfen die Marvel-Figuren Iron Man, Hulk, Captain America und Thor gemeinsam gegen fiese Finsterlinge. In "Iron Man 2" taucht daher auch mehrmals Nick Fury (Samuel L. Jackson) auf, der als Chef der Geheimorganisation S.H.I.E.L.D. die "Avengers" managt. Fazit: kein Pflichttermin wie Teil 1 aber für Fans unentbehrlich. "Iron Man 3", der bereits in Vorbereitung ist, wird bestimmt besser.

Iron Man 2 (USA 2010)
Regie: Jon Favreau
Buch: Justin Theroux
Darsteller: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Mickey Rourke, Sam Rockwell, Scarlett Johansson
Länge: 124 Minuten
Start: 6. Mai 2010

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