Superheld zum Selbermachen : Unser Filmtipp "Iron Man"

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Muskeln aus Stahl und das Herz am richtigen Fleck: Robert Downey Jr. modifiziert sich in "Iron Man" vom arroganten Dandy zum eisernen Weltretter

Tony Stark alias Iron Man ist Superheld ohne Superkr&;auml;fte. Und damit der Traum eines jeden kleinen Jungen mit Tüftlerambitionen. Denn wer wünscht sich so etwas nicht? Einen unverwundbaren Hightech-Anzug mit Düsenantrieb, mit dem man quer über den Globus fliegen kann, um Schurken zu verdreschen und die Welt zu retten. Die Kinoversion des Marvel-Comics "Iron-Man" bietet wenig Überraschendes. Ausnahme: ein brillanter Hauptdarsteller mit der aufmunternden Message "Selbst ist der Mann".

Superheld Marke Eigenbau
Spider-Man, Hulk, Silver Surfer und X-Men können einpacken. Im Gegensatz zu seinen Marvel-Kollegen ist Iron Man weder mutiert, genetisch verändert, noch außerirdisch. Iron Man alias Tony Stark (Robert Downey Jr.) ist ein ganz normaler Mensch. Naja, fast normal: eher ein milliardenschwerer Snob und Geschäftsmann mit Basteltick. Bei seinen Waffengeschäften darf ein gut gekühlter Wodka Martini nicht fehlen. Auch sonst benimmt sich Stark wie James Bond: Er fährt schnelle Autos und mit kritischen Journalistinnen diskutiert er gerne im Bett weiter.

All das ändert sich, als er bei einer Waffenpräsentation in Afghanistan in Gefangenschaft gerät. Statt für die Terroristen seine Superwaffe nachzubauen, zimmert er sich eine fliegende Eisenrüstung zusammen, in welcher er den Finsterlingen gehörig den Hintern versohlt. Quasi ein Superheld Marke Eigenbau. Gleichzeitig sieht Stark seine Fehler ein und kämpft fortan für eine bessere Welt. In seinem Privatlabor baut er dann die rot-golden-glänzende Endversion von "Iron Man", mit der er gegen den wahren Feind antritt. Dieser sitzt nicht im Hindukusch, sondern in seiner eigenen Waffenfirma.

Als Belohnung gibt's eine hübsche Rothaarige
Wie schon ein knappes Dutzend Comic-Verfilmungen vorher und vermutlich auch die kommenden Projekte von Marvel Entertainment setzt auch „ Iron Man“ auf althergebrachte Kinounterhaltung: Ein fehlgeleiteter Held wird geläutert, muss die Bösen verprügeln und rettet schließlich die Welt. Zur Belohnung gibt’s ein gestärktes Ego und eine hübsche Rothaarige (Gwyneth Paltrow). So weit, so langweilig. Dass "Iron Man" dennoch sehr unterhaltsam ist, liegt am Hauptdarsteller Robert Downey Jr. Mit subtilem Humor und jeder Menge bissiger Gesellschaftskritik sorgt Downey Jr. für zwei Stunden exzellente Unterhaltung. Und keine Bange: Sollten Sie nach dem Kinobesuch den Drang verspüren, sich aus Ihrer alten Waschmaschine einen Superhelden zu bauen, zeigt das nur, dass Sie das Herz am rechten Fleck haben – so wie Iron Man.

Iron Man (USA 2008)
Regie: Jon Favreau
Buch: Mark Fergus, Hawk Ostby
Darsteller: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Jeff Bridges, Terrence Howard
Länge: 123 Minuten
Start: 1. Mai 2008

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