Smith-Sprössling haut sie alle um: Unser Filmtipp "Karate Kid"

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Im Remake des 80er-Jahre-Kultfilms "Karate Kid" tritt und boxt sich Will Smith’ Sohn Jaden durch China. Lesen Sie hier, was unseren Filmtipp ausmacht

Ach, was war schön. Damals, 1984. Alle Jungs wollten so kämpfen können wie "Karate Kid", alle Mädels waren verknallt in Hauptdarsteller Ralph Macchio. Dass die 2010er-Version ähnliche Reaktionen bei der Jugend hervorruft, ist fraglich – fehlen den Hauptdarstellern doch die dafür notwendigen Vampirzähne, Werwolfklauen oder auch Zauberlehrlingsumhänge. Aber egal, für alle "älteren" Fans des Originals ist das Remake von Harald Zwart ("Eine Nacht bei Mc Cool´s") durchaus sehenswert. Wenn, ja wenn man sich darauf einlässt, dass das neue Karate Kid gar nicht Karate, sondern Kung Fu kämpfen lernt, erst 12 Jahre und ziemlich schmächtig ist – und dass diesmal Jackie Chan als abgehalfterter Hausmeister in die Rolle des weisen Lehrmeisters schlüpft.

Die Story: Dre Parker (Jaden Smith) muss mit seiner Mutter von Detroit nach China umziehen, sie tritt dort einen neuen Job an. In Peking fühlt sich der 12-Jährige schnell einsam, allein ohne Freunde in einem fremden Land. In der Schule ist er Außenseiter, einzig Klassenkameradin Meiying hält zu ihm, und beide verlieben sich ineinander. Das passt Schulrüpel Cheng gar nicht. Er und seine Kung Fu-Kumpels mischen Dre einige Male auf, bis plötzlich der Hausmeister Han (Jackie Chan) dazwischen geht. Han gibt sich als Kung Fu-Meister zu erkennen und trainiert von da an Dre – damit dieser sich beim großen Jugend-Kung-Fu-Turnier mit Cheng messen kann...

Rocky in Peking
Abgesehen den bereits angesprochenen Unterschieden hält sich das Remake in Sachen Handlung ans Original, teilweise wurden sogar Dialoge eins zu eins übernommen. Jaden Smith, der schon in "Das Streben nach Glück" an der Seite von Papa Will überzeugte, macht seine Sache als Underdog, der sich nach oben kämpft, sehr gut. Auch das Zusammenspiel mit Jackie Chan klappt, man merkt beiden den Spaß an dem Projekt an. Die Trainingssequenzen sind sehr atmosphärisch, die Kämpfe auf dem Endturnier spektakulär inszeniert – und die Rocky-ähnliche Heldenmucke von James Horner ("Avatar") sorgt für den ein oder anderen Gänsehautmoment. Störend sind die teilweise überplatten Sprüche Chans ("Das Lebens wirft uns zu Boden, aber wir entscheiden, ob wir wieder aufstehen") und die überlangen, fast schon propagandistisch anmutenden Kamerafahrten durch Peking.

Fazit: Simple Handlung, wenig Neues – kritische Kinobesucher haben bei "Karate Kid" einiges zu meckern. Alle anderen, die sich einfach nur gut gemacht unterhalten lassen wollen, haben ihren Spaß. Bei einem werden sich aber wahrscheinlich alle einig sein: mit 142 Minuten ist der Film eine gute halbe Stunde zu lang geraten.

Karate Kid (USA/China 2010)
Regie: Harald Zwart
Drehbuch: Michael Soccio
Darsteller: Jaden Smith, Jackie Chan, Taraji P. Henson, Wen Wen Han
Länge: 142 Minuten
Start: 22. Juli

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