Daniel Brühl als verknallter Hochstapler: Unser Filmtipp "Lila, Lila"

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In "Lila, Lila" schwindelt sich Daniel Brühl als falscher Bestsellerautor in das Herz von Hannah Herzsprung

In der Vorweihnachtszeit kommen alljährlich vermehrt Filme ins Kino, die einfach Spaß machen, das Herz erwärmen und so dem Fest der Liebe alle Ehre machen sollen. In eben diese Kerbe schlägt "Lila, Lila", die Verfilmung von Martin Suters gleichnamigem Bestseller (verkaufte sich über 300.000 Mal). Dass das Werk von Regisseur Alain Gsponer aber doch etwas mehr ist als eine gängige "Wir haben uns alle lieb"-Komödie, liegt auch an der witzigen Inszenierung – vor allem aber an der grandiosen Besetzung: Daniel Brühl ("Good Bye Lenin"), Hannah Herzsprung ("Das wahre Leben") und Henry Hübchen ("Alles auf Zucker") – drei deutsche Schauspiel-Hochkaräter, jeder für sich meist schon die Kinokarte wert.

Worum geht’s in "Lila, Lila"? Um den schüchternen, leicht verpeilt durch die Gegend schlurfenden Kellner David Kern (Brühl), der ein Auge auf die hübsche Literaturstudentin Marie (Herzsprung) geworfen hat. Da diese aber nicht auf Kellner, sondern auf Romanschreiber steht, scheint David keine Chance zu haben. Bis ihm eines Tages zufällig das Manuskript der tragischen Liebesgeschichte "Sophie, Sophie" eines Autor namens Alfred Duster in die Hände fällt. David gibt den Roman als sein Werk aus und bittet Marie um ihre professionelle Einschätzung. Und klar, Marie ist hin und weg, verknallt sich auf der Stelle in den scheinbar so einfühlsamen, ausdrucksstarken David – und schickt das Manuskript hinter dessen Rücken an einen Verlag. Was folgt (Verlag ist begeistert, David traut sich nicht die Wahrheit zu sagen, das Buch wird als "Lila, Lila" ein Megaerfolg), ist zwar vorhersehbar, aber originell umgesetzt. Und als dann auf einer Lesung der Rumtreiber Jackie (Hübchen) auftaucht und sich als der wahre Autor des Romans ausgibt, geht das Chaos erst richtig los...

Abrechnung mit dem Haifischbecken Literaturszene
"Lila, Lila" ist neben allen Gute-Laune-Elementen auch eine Abrechnung mit dem Haifischbecken Literaturszene. Das pseudo-intellektuelle Getue vieler Möchtegern-Insider, das Abzocker-Verhalten gieriger Verleger – jeder kriegt sein Fett weg. Daniel Brühl als liebenswerter Naivling und Henry Hübchen als zynischer, zotteliger Loser streiten sich in der zweiten Hälfte des Films auf hohem komödiantischem Niveau. Und immer dann, wenn "Lila, Lila" doch in die Schnulzen-Ecke abzurutschen droht, streut Regisseur Gsponer plötzlich kleine, völlig bescheuerte Slapstick-Momente ein. Wem das alles noch nicht als Zutaten für einen kurzweiligen Kinobesuch ausreicht, der konzentriert sich eben auf Hannah Herzsprung. Als Marie setzt sie immer wieder ihr unschuldiges, aber gleichzeitig herausforderndes und bezauberndes Lächeln auf – und ist damit (zumindest aus Männersicht) der heimliche Gewinner des Dreikampfs Brühl-Herzsprung-Hübchen. Fazit: "Lila, Lila" passt als charmante Gute-Laune-Nummer wunderbar in die Vorweihnachtszeit. Nicht mehr, nicht weniger.

Lila, Lila (Deutschland 2009)
Regie: Alain Gsponer
Drehbuch: Alexander Buresch nach dem gleichnamigen Roman von Martin Suter
Darsteller: Daniel Brühl, Hannah Herzsprung, Henry Hübchen
Länge: 104 Minuten
Start: 17. Dezember

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