Max Payne ballert jugendfrei: Unser Filmtipp "Max Payne"

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In der Egoshooter-Verfilmung "Max Payne" schießt sich Mark Wahlberg die Depressionen weg – Spannung und Plot allerdings gleich mit. Warum es trotzdem lohnt

"Max Payne" ist eines der beliebtesten Egoshooter-Games der letzten zehn Jahre. Der Grund: eine für Ballerspiele ungewöhnliche storylastige und atmosphärische Umsetzung. Die Kinoadaption mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle kann leider nur mit Letzterem punkten. Eine schleppende Handlung mit wenig harter Action macht die düstere Rachestory zum mittelmäßigen Popcorn-Kitsch, in dem lediglich die extrem beklemmende Stimmung beeindruckt.

Der Polizist Max Payne (Mark Wahlberg) ist ein Wrack. Seit dem Mord an seiner Familie vegetiert er im Keller des Polizeipräsidiums vor sich hin. Insgeheim hat er nur ein Ziel: den Mörder aufzuspüren, der ihm damals nur um Haaresbreite entwischt ist. Als ein Mädchen mit einem mysteriösen Tattoo vor seiner Haustür brutal getötet wird, deuten alle Hinweise auf Max als Täter. Zumindest gelingt es Max die Schwester des Opfers, die Auftragskillerin Mona (Mila Kunis), von seiner Unschuld zu überzeugen. Eine Mordserie und die neue Partydroge "Walküre" bringen die beiden auf die Spur einer gigantischen Verschwörung.

Geschossen wird nur jugendfrei
Klingt wie der perfekte Stoff für einen düster-spannenden Action-Thriller á la "Sin City". Leider hat Regisseur John Moore gnadenlos vereinfacht. Die komplexe Story des Games mit seinen vielschichtigen Charakteren wird auf ein Minimum reduziert. Hauptdarsteller Wahlberg macht auch nur einen sehr gequälten Eindruck – von innerer Zerrissenheit und Verzweiflung keine Spur. Selbst die brutale Ballerei – der Grund, warum das Original-Spiel seit 2001 indiziert ist – wirkt familienfreundlich. Erschossen wird nur jugendfrei.

Übrig bleiben ein paar hübsche Zeitlupesequenzen, blasse Nebenfiguren und zu wenig temporeiche Action. Allein die Optik des Films kann sich sehen lassen: beklemmende Bilder aus einer tristen Moloch-Metropole, in der ständig ascheartige Schneeflocken herumwirbeln. Großartige Film-Noir-Atmosphäre! Für den Rest gilt: Sehenswert aber nicht zwingend. Denn anders als der Titel "Max Payne" vermuten lässt, drohen beim Zuschauen keine maximalen Schmerzen, sondern höchstens mittelmäßige Langeweile.

Max Payne (USA 2008)
Regie: John Moore
Buch: Beau Thorne, Sam Lake
Darsteller: Mark Wahlberg, Mila Kunis, Beau Bridges, Chris O'Donnell, Olga Kurylenko
Länge: 100 Minuten
Start: 20. November 2008

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