So lebt es sich hinterm Mond: Unser Filmtipp "Moon"

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Ein echter Science-Fiction Filmtipp: Sam Rockwell bekommt in "Moon" als einziger Bewohner einer Mondstation Lagerkoller. Ohne große Effekte, dennoch sehenswert

Intelligente Science-Fiction-Filme sind selten. Der Grund: Bombastische Spezialeffekte und pompöse Inszenierungen haben meist Vorrang vor Substanz. Ganz anders bei "Moon". Ohne große Schockeffekte und Hektik hat Regisseur Duncan Jones einen beachtlichen Film geschaffen. "Moon" überzeugt durch seine ruhige, beklemmende Atmosphäre und eine aufs Wesentliche reduzierte Story, die dem Zuschauer viel Raum zum Nachdenken gibt.

Die Story: Seit drei Jahren sitzt Astronaut Sam Bell (Sam Rockwell) mutterseelenallein auf einer Mondstation fest. Sein Job: Die Überwachung einer quasi vollautomatischen Heliumgewinnung, welche die Erde mit sauberer Energie versorgt. Sein einziger Begleiter ist der Computer GERTY 3000, Kontakt zur Außenwelt gibt es nur per Videobotschaft, die direkte Verbindung ist seit geraumer Zeit gestört. Als Sam kurz vor seiner Ablösung nach einem Unfall auf der Mondoberfläche wieder aufwacht, stellt er fest, dass ein Doppelgänger an Bord ist. Hat er den Verstand verloren?

Durchdachte Science-Fiction ohne digitales Brimborium
Regisseur Jones hat sich deutlich von Stanley Kubricks "2001 – Odyssee im Weltraum" (1968) inspirieren lassen. Aus Kubricks künstlicher Intelligenz HAL 9000 mit dem glühend roten Kameraauge wird bei "Moon" GERTY mit Smiley-Display. Auch das Design der Raumstationen ist ähnlich. Aber "Moon" geht auch eigene Wege und schafft es zu überraschen (mehr soll hier nicht verraten werden).

Viel ist dem schauspielerischen Talent von Sam Rockwell zu verdanken, der einen beeindruckenden Einblick in den Alltag der Einsamkeit gewährt. Ganz nebenbei wirft der Film noch Fragen zum Sinn des Lebens und moralischen Grenzen der Wissenschaft auf. "Moon" gibt zwar keine eindeutigen Antworten, zwingt aber zum Nachdenken. Fazit: Duncan Jones ist ein feiner Film gelungen, der trotz seiner ruhigen, unaufgeregten Inszenierung richtig spannend ist.

Moon (USA 2009)
Regie: Duncan Jones
Drehbuch: Duncan Jones, Nathan Parker
Darsteller: Sam Rockwell, Dominique McElligott
Länge: 97 Minuten
Start: 15. Juli

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