Mit Hirn-Doping zum Superstar: Unser Filmtipp "Ohne Limit"

Die Filmtipps der Redaktion

Schneller, besser, weiter: Bradley Cooper hilft im Thriller "Ohne Limit" seinem Gedächtnis mit einer Wunderdroge auf die Sprünge. Wir erklären Risiken und Nebenwirkungen

Doof bleibt doof. Da helfen keine Pillen. Oder etwa doch? In "Ohne Limit" putscht sich Bradley Cooper als Buchautor mit Schreiblockade per Wunderdroge zu mentalen Höchstleitungen auf. Plötzlich kann der träge Loser über Nacht Romane schreiben, Sprachen lernen und Millionen-Transaktionen an der Wall Street meistern. Von Burnout keine Spur. Regisseur Neil Burger liefert einen packenden, schnell geschnittenen Action-Thriller, der perfekt in unsere von Erfolgsdruck und Multitasking geprägte Leistungsgesellschaft passt.

Die Story: Der erfolglose Schriftsteller Eddie (Bradley Cooper) testet die neue Designerdroge NZT, die ihm sein Ex-Schwager zusteckt. Folge: Schlagartig fällt dem ziellosen Schluffi alles leicht: Ein längst fälliges Manuskript ist quasi über Nacht fertig. Ganz nebenbei erlernt er Fremdsprachen, entschlüsselt die Logik der weltweiten Wirtschaftssysteme und scheffelt an der Börse ordentlich Geld. Finanzguru Carl van Loon (Robert De Niro) will darauf den IQ-Überflieger anheuern, um eine komplizierte Firmenübernahme zu managen. Als sein Ex-Schwager und Dealer ermordet wird, schnappt sich Eddie dessen NZT-Vorrat. Damit fangen die Probleme aber erst an: Eddie leidet unter Blackouts und bald heften sich russische Gangster und andere Neider an seine Fersen.

Superhirn will nur Geld scheffeln
Neil Burger hat die Romanvorlage "Stoff" von Alan Glynn packend und durchdacht inszeniert: Rasante Schnitte, aufregende Kamerafahrten und Zooms machen Spaß und bebildern eindrucksvoll Eddies Rauschzustände inklusive unangenehmer Nebenwirkungen. Auch spielt Cooper ("Hangover", "Das A-Team") den IQ-Junkie überzeugend. Aber: "Ohne Limit" baut sehr hohe Erwartungen auf, spinnt zu viele Handlungsfäden, die der Film am Ende nicht erfüllen oder auflösen kann. Eddies Leben im Rausch ist zwar spannend aber irgendwie belanglos. Burger ist ein konventioneller Action-Thriller gelungen, der Potential verschenkt. Zu viele Fragen bleiben offen. Zum Beispiel: Warum fällt dem Superhirn mit übermenschlichen Fähigkeiten nichts Besseres ein, als an der Wall Street Geld zu scheffeln? Doof bleibt eben doch doof. Da helfen auch keine Pillen.

Ohne Limit (USA 2010)
Regie: Neil Burger
Drehbuch: Leslie Dixon, Alan Glynn (Romanvorlage)
Darsteller: Bradley Cooper, Robert De Niro, Abbie Cornish
Länge: 105 Minuten
Start: 14. April

Sponsored SectionAnzeige