Aufstand der digitalen Primaten: Unser Filmtipp "Planet der Affen Prevolution"

Die Filmtipps der Redaktion

In "Planet der Affen: Prevolution" lehnt sich eine Horde intelligenter Schimpansen gegen die Menschen auf. Affig oder sehenswert? Wir verraten es

„Planet der Affen“ (1968) gilt als Klassiker des Science-Fiction-Films. In den 70er-Jahren gab es bereits vier Fortsetzungen, 2001 sogar eine Neuverfilmung von Regisseur Tim Burton mit Mark Wahlberg. In „Planet der Affen: Prevolution“ erfahren wir jetzt endlich, wie die Affen die Herrschaft über die Erde erlangt haben. Im Gegensatz zu den Original-Filmen sind die haarigen Hauptdarsteller diesmal komplett auf dem Computer entstanden. Dass „Planet der Affen: Prevolution“ nicht zum digitalen Affentheater mutiert, liegt an den gelungenen Effekten der CGI-Profis der „Herr der Ringe“-Trilogie: Sie haben es geschafft, einen computeranimierten Affen zu einer glaubwürdigen Hauptfigur zu machen. Einziger Kritikpunkt: Die Story verläuft vorhersehbar. Trotzdem ist „Planet der Affen: Prevolution“ auch durch viele gelungene Action-Szenen ein packender Beginn einer neuen Affen-Saga.

Darum geht’s: Wissenschaftler Will Rodman (James Franco) hat für einen Pharma-Konzern ein Medikament entwickelt, mit dem er seinen an Alzheimer erkrankten Vater Charles (John Lithgow) heilen will. Das Wundermittel wird zunächst an Schimpansen getestet. Als sich herausstellt, dass die Affen dadurch aggressiv werden, schläfern die Forscher alle Affen ein, bis auf das Affenbaby Caesar, das Rodman heimlich aufzieht. Als Caesar größer wird, bemerkt der Wissenschaftler, dass sein Medikament wirkt – bei Caesar, der plötzlich schneller lernt als jedes Menschenkind, aber auch bei seinem Vater, den er vom Alzheimer befreit. Als der Affe Caesar um Wills Vater zu schützen einen Nachbarn angreift, wird das Tier in ein Tierheim gesperrt. Dort wird Caesar schnell zum Anführer weiterer Affen und zettelt eine Revolution an.

Ein Affe stiehlt allen die Show
Die menschlichen Schauspieler werden in „Planet der Affen: Prevolution“ schnell zu Nebenfiguren. Caesar (Mimik und Bewegungsabläufe stammen vom Schauspieler Andy Serkis, der bereits Gollum in „Herr der Ringe“ auf gleiche Weise interpretierte) stiehlt allen die Show. Leider ist die Gesellschaftskritik des Films etwas platt und zu sehr von Klischees geprägt: geldgierige Yuppie-Geschäftemacher, naive und gefühlsduselige Wissenschaftler und skrupellose Tierpfleger, die theoretisch auch als SS-Schergen durchgehen würden. Dass es auch besser geht, hat Regisseur Terry Gilliam im Film „12 Monkeys“ (1995) bewiesen, den wir Ihnen an dieser Stelle noch mal sehr ans Herz legen. Fazit: Unterm Strich ist „Planet der Affen: Prevolution“ durchweg gelungene Blockbuster-Unterhaltung. Neben einigen wohldosierten Action-Szenen, gibt’s jede Menge emotionale Momente, nach denen auch der letzte Mensch kapiert, dass er die Natur nicht willkürlich manipulieren kann. Übrigens: Der „Planet der Affen“-Stoff des gleichnamigen Romans von Pierre Boulle wird uns so schnell nicht loslassen. Weitere Prequels sind geplant.

Planet der Affen: Prevolution (USA 2011)
Regie: Rupert Wyatt
Drehbuch: Rick Jaffa, Amanda Silver, Pierre Boulle (Buchvorlage)
Darsteller: James Franco, Freida Pinto, John Lithgow
Länge: 105 Minuten
Start: 11. August

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