Absurde Ode an den Rock’n‘Roll: Unser Filmtipp "Radio Rock Revolution"

Die Filmtipps der Redaktion

Dieser Kahn rockt: In "Radio Rock Revolution" bringt eine Handvoll verrückter DJs auf einem Tanker in der Nordsee den Briten die Popmusik näher

Während Jason Staham in "Crank 2" ab dieser Woche mal wieder dem Tod davonläuft, schicken wir Sie lieber in die wilden 60er. Denn hier gibt‘s neben Sex & Drugs auch jede Menge Rock’n‘Roll. Im Jahr 1966 schippern ein paar durchgeknallte DJs auf einem alten Kahn durch die Nordsee. Ihr Ziel: Schluss mit den Schlagerschnulzen im englischen Spießer-Radio! Mit den fast legalen Piratensendern lösten die DJ-Schiffe auf der Insel eine Art friedliche Musik-Revolution aus. Nun gibt’s die "Rock Radio Revolution" als Kinoversion. Diese ist bunt, albern, sexistisch aber sehr unterhaltsam.

Die Story: 1966 ist die Rock- und Popmusik in England zwar auf dem Vormarsch – allerdings erlauben die offiziellen Radiosender der BBC nur zwei Stunden Pop am Tag. Durch die riesige Nachfrage nach Rockmusik entstehen eine Handvoll Piratensender, die von Booten in der rechtsfreien Nordsee senden. Der 18-jährige Carl (Tom Sturridge) wird nach dem Schulrauswurf von seiner Mutter auf das Piratensender-Schiff seines Patenonkels Quentin (Bill Nighy) geschickt. Der Kahn heißt Radio Rock und beherbergt eine ganze Batterie verrückter DJs, die rund um die Uhr Rock’n’Roll spielen. Die konservative britische Regierung ist davon wenig begeistert. Minister Dormandy (Kenneth Branagh) macht es sich zur Lebensaufgabe, den Sendern den Stecker rauszuziehen.

Klamauk, der dennoch rockt
Regisseur Richard Curtis will mit "Radio Rock Revolution" ganz eindeutig keine wahre Geschichte erzählen (obwohl der Film in Grundzügen auf dem Radiosender "Radio Caroline" basiert, den es übrigens auch heute noch gibt). "Radio Rock Revolution" ist eher eine überdrehte und handlungsarme Musik-Komödie, die hauptsächlich von seinen brillanten Schauspielern lebt. Mit an Bord sind unter anderem Philip Seymour Hoffmann, Nick Frost, Rhys Ifans, Bill Nighy und ein brillanter Kenneth Branagh als übelgelaunter Politiker-Spießer. Minuspunkte: Regisseur Curtis bedient zu viele Klischees. Frauen spielen entweder als Schreihals oder im Bett eine Rolle. Auch das Ende verkommt zum Klamauk. Dennoch ist „Radio Rock Revolution“ herrlich absurd und gerade wegen seiner schrägen Komik ein absoluter Pflichttermin. Außerdem gibt’s mit The Who, The Kinks, The Rolling Stones und Co. eine Menge guter Musik auf die Ohren. Das rockt!

Radio Rock Revolution (UK 2009)
Regie: Richard Curtis
Buch: Richard Curtis
Darsteller: Philip Seymour Hoffman, Bill Nighy, Rhys Ifans, Nick Frost, Kenneth Branagh
Länge: 129 Minuten
Start: 16. April 2009

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