Mit Dwayne Johnson in der Katastrophen-Achterbahn: Unser Filmtipp "San Andreas"

In „San Andreas“ muss Dwayne Johnson seine in Kalifornien verstreute Familie aus den Trümmern eines Erdbebens retten. Platter Katastrophen-Blockbuster mit atemloser Abriss-Action

Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt garantiert das nächste Unglück daher. Katastrophen-Action-Blockbuster San Andreas quält sein Personal nicht nur mit einem, sondern gleich mit einem Dutzend Erdbeben. Und das in mehreren kalifornischen Großstädten. Von Sintflut und Tsunami ganz zu schweigen. Der Film mit Dwayne Johnson als Helikopter-Pilot auf Familienrettungsmission ist laut, zerstörerisch und protzt mit Bombast-3D-Effekten. Problem: Die Story ist leider ebenfalls eine Katastrophe. So viele Klischees, platte Charaktere und Pathos in einem Film gab’s wohl selten. Sei’s drum: In Sachen Verwüstung und Abriss-Action kann mit San Andreas nur das Weltuntergangsepos 2012 aus dem Jahre 2009 mithalten. Und das war sehr unterhaltsam.

Ray (Dwayne Johnson) und Emma (Carla Gugino) sind im zerstörten San Francisco auf der Suche nach ihrer Tochter
Rettungspilot Ray (Dwayne Johnson) und seine Frau Emma (Carla Gugino) suchen in den Trümmern von San Francisco nach ihrer Tochter

Darum geht’s in San Andreas: Nach einem Erdstoß beim Hoover-Staudamm in Nevada kommt das, wovor Wissenschaftler seit Jahrzehnten warnen: ein gigantisches Erdbeben in Kalifornien, das ganze Landstriche und Großstädte in Schutt und Asche legt. Mittendrin steckt Feuerwehr-Rettungspilot Ray (Dwayne Johnson), der im Chaos versucht, seine entfremdete Frau Emma (Carla Gugino) und Tochter Blake (Alexandra Daddario) aus den Trümmern von L.A. und San Francisco zu retten. Allerdings ist das große Erdbeben erst der Anfang einer Katastrophenwelle, wie Seismologe Hayes (Paul Giamatti) herausfindet.

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Ein Unglück kommt selten allein: "San Andreas" quält sein Personal nicht nur mit Erdbeben

Action-Reizüberflutung zu Lande, zu Wasser und in der Luft
Action-Star Dwayne Johnson stolpert in San Andreas zu Lande, zu Wasser und in der Luft durch eine humorlose und vorhersehbare Trash-Story. Was meinen Sie? Schafft es der liebenswerte heldenhafte Hüne inmitten von herumfliegenden Trümmern, flüchtenden Menschenmassen und zusammenstürzenden Wolkenkratzern auch noch seine lädierte Ehe zu retten? Doch genug gebasht. In Sachen Hochspannung spielt San Andreas in der Oberliga. Atempausen? Gibt’s so gut wie keine. Trotz der vielen Klischees lässt einen der Film kaum eine Minute ruhig im Kinosessel sitzen. Auch die Action-Szenen und Weltuntergangs-Effekte sind beeindruckend: Städte stürzen wie Kartenhäuser in sich zusammen – auch wenn Regisseur Brad Peyton Naturkatastrophen verharmlost. Vom unermesslichen Leid und Elend nach Erdbeben und Sintfluten fehlt in San Andreas jede Spur. Stattdessen versucht der Blockbuster mit Action-Reizüberflutung zu punkten.

Fazit:San Andreas ist eine spannende Katastrophen-Achterbahn ohne Tiefgang. Auf Actionfans, die darüber hinweg sehen könne, wartet ein kurzweiliger Kinoabend.

San Andreas (USA 2015)
Regie: Brad Peyton
Drehbuch: Carlton Cuse, Andre Fabrizio, Jeremy Passmore      
Darsteller: Dwayne Johnson, Carla Gugino, Alexandra Daddario, Paul Giamatti
Länge: 114 Minuten
Start: 28. Mai 2015

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