Das Leben als Computerspiel: Unser Filmtipp "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt"

Die Filmtipps der Redaktion

Ein absoluter Filmtipp! Scot Pilgrim muss in "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" die sieben Ex-Lover des Mädchens seiner Träume besiegen, um ihr Herz zu erobern

Volltreffer. Regisseur Edgar Wright hat in seinem neuen Film so ziemlich alles richtig gemacht. Mit "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" legt der Brite nicht nur eine exzellente Comicadaption, sondern auch eine gelungene Videospielverfilmung hin. Und das obwohl der Film gar nicht auf einem Game basiert. "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" ist eine skurrile Liebeskomödie mit witziger Action, grellen Bildern und blinkenden Videospielelementen. Mit gewöhnlichen Standards des Filmeerzählens hat das zwar wenig zu tun. Aber gerade deswegen ist "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" einer der coolsten Filme des Jahres. Ganz nebenbei gibt die Hauptfigur des Films, der kauzige Computerspiel-Schluffi Scott, noch charmant witzige Tipps für Beziehungskisten.

Darum geht’s: Scott Pilgrim (Michael Cera) hat weder Job, Wohnung, eigenes Bett, noch eine ernsthafte Freundin. Stattdessen kann er endlose Monologe über Pac-Man halten und spielt Bass in der erfolglosen Provinz-Rockband Sex Bob-omb. Scott ist ein typischer Rumhänger: anspruchslos, sozial inkompatibel aber trotzdem irgendwie glücklich. Als er dem Mädchen seiner Träume, Ramona Flowers (Mary Elizabeth Winstead), begegnet, glaubt er sein Glück perfekt. Allerdings muss er, um überhaupt in ihre Nähe zu kommen, ihre sieben Ex-Lover besiegen. Und das erledigt Scott in bester Computerspiel-Manier: Er kämpft sich comichaft durch verschiedene Level, zückt Laserschwerter und gewinnt nach jedem Sieg Kampf-Münzen oder auch mal ein Extraleben.

Grelle Liebesgeschichte mit Wortwitz im Minutentakt
Edgar Wright inszeniert die Schwarz-weiß-Comic-Vorlage von Bryan Lee O’Malley als ein knallbuntes Videogame, das häufig an japanische Mangas erinnert. Dabei geht er beindruckend einfallsreich zu Werke: Split Screen, Zeitraffer, lautmalerische Texteinblendungen, Comicblöcke, Spielstände und Superwaffen fegen über die Leinwand und bebildern Scotts von Computergames dominierte Wahrnehmung. Auch der Soundtrack von Beck, Frank Black, Broken Social Scene und anderen ist durchweg gelungen.

Nebenbei ist die grelle Liebesgeschichte um Eifersucht, Unsicherheit und die Schwierigkeiten des Jungsein richtig spaßig. Schlagfertige Dialoge, Wortwitz und Situationskomik prasseln im Minutentakt auf den Zuschauer ein. Diese Taktik hatte sich auch in der Comicverfilmung "Kick Ass" (2010) bewährt. Fazit: "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" ist abgedrehtes, teilweise etwas anstrengendes Popcorn-Kino, das vor allem auf die Lachmuskeln zielt. Ein visuelles Vergnügen, an dem nicht nur Computerspiel-Nerds ihren Spaß haben werden.

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (USA 2010)
Regie: Edgar Wright
Drehbuch: Michael Bacall, Edgar Wright, Bryan Lee O'Malley (Comic-Vorlage)
Darsteller: Michael Cera, Mary Elizabeth Winstead, Jason Schwartzman, Alison Pill
Länge: 112 Minuten
Start: 21. Oktober 2010

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