Der letzte Schrei: Unser Filmtipp "Scream 4"

Die Filmtipps der Redaktion

Der Horror geht weiter: Nach 11 Jahren Messerpause kehrt der Scream-Killer auf die Leinwand zurück. Zum Schreien? Wir verraten's

Niemand ist sicher. Weder vor dem mordlustigen Killer mit der weißen Geistermaske, noch vor einer weiteren Fortsetzung von Wes Cravens Kultschocker "Scream". Der Überraschungshit hauchte 1996 dem von einfallslosen Billigproduktionen überschwemmten Slasher-Genre neues Leben ein. "Scream" war blutig und gruselig, aber auch komisch, selbstironisch und voller intelligenter Anspielungen und Querverweise zum Horroruniversum. Plus: Drehbuchautor Kevin Williamson ("Vampire Diaries") hatte durchweg frische Ideen und Dialoge parat, mit denen "Scream" aus dem gewöhnlichen Horrortrash hervorstach. 11 Jahre nach dem letzten Teil der erfolgreichen Teenie-Slasher-Trilogie schicken Craven und Williamson nun eine Fortsetzung auf die Leinwand. Wer jetzt glaubt, Craven spult einfach wieder das alte Schema ab, hat sich geschnitten. "Scream 4" ist selbstironischer denn je, macht sich die gesamte Länge über Gesetzmäßigkeiten des Horrorkinos, deren Remakes und Parodien lustig. Das Beste: Craven führt vor allem den Zuschauer gehörig an der Nase herum.

Die Story: Mit dem 15. Jahrestag des berüchtigten Woodsboro-Massakers kehrt auch Serienheldin Sidney Prescott (Neve Campbell) zurück in ihre Heimatstadt, um Werbung für ihre Autobiographie zu machen. Der Ghostface-Killer lässt nicht lange auf sich warten: Zwei Teenager werden ermordet, die Tatwaffe findet sich im Kofferraum von Sidneys Mietwagen. Sidneys Beschützer und jetziger Sheriff Dewey Riley (David Arquette) hat wieder alle Hände voll zu tun, aber auch seine Frau, die Ex-Reporterin Gale Weathers (Courteney Cox), begibt sich auf Spurensuche. Sidney kommt derweil bei ihrer Cousine Jill (Emma Roberts) unter, deren Freunde um ihr Leben bangen.

Gefangen im Scream-Universum
Zu den "Scream"-Veteranen gesellen sich einige neue Gesichter (unter anderem "Heroes"-Star Hayden Panettiere, Rory Culkin), die allesamt eine Figur machen. Trotzdem fragt man sich: Warum jetzt eine Fortsetzung? Die Antwort bleibt offen. Mit iPhone, Twitter, Videoblogs und Facebook gibt es zumindest jede Menge neue Kanäle für Morddrohungen des berüchtigten Killers mit der langgezogenen Geisterfratze, die dem berühmten Gemälde "Der Schrei" von Edvard Munch nachempfunden ist. "Scream 4" gelingt zwar ein Spagat zwischen Horrorschocker und Mediensatire, der es immer wieder schafft, den Zuschauer zu verblüffen. Dennoch bleibt der Film in seinem selbst geschaffenen Universum gefangen, kann nicht wie 1996 völlig neue Wege gehen. "Was ist dein Lieblingshorrorfilm?", fragt Ghostface seine Opfer gerne am Telefon. "Scream 4" wird’s wohl nicht werden, bleibt aber trotzdem ein hieb- und stichfester Horrorspaß für "Scream"- und Genre-Fans. Aber, wer weiß? Möglicherweise war "Scream 4" noch nicht der letzte Schrei aus Woodsboro.

Scream 4 (USA 2011)
Regie: Wes Craven
Drehbuch: Kevin Williamson
Darsteller: Neve Campbell, David Arquette, Courteney Cox, Hayden Panettiere, Emma Roberts
Länge: 111 Minuten
Start: 5. Mai

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