Wird James Bond arbeitslos?: Unser Filmtipp "Spectre"

Im 24. James-Bond-Film soll der Superspion von einem Hightech-Spionage-System ersetzt werden.
Trailer zum Actionthriller "James Bond 007 - Spectre"

Im 24. James-Bond-Film "Spectre" soll der Superagent von einem Hightech-Spionage-System ersetzt werden. Wir verraten, ob 007 endgültig zum alten Eisen gehört

Großbritanniens Superspion hat Existenzsorgen. Bereits im letzten 007-Abenteuer Skyfall(2012) musste sich James Bond fragen, ob der Mann fürs Grobe im Zeitalter von Cyber-Spionage überhaupt noch gebraucht wird. Zumal es den Bond-Filmen an Wiedererkennungswert fehlt. Denn gute Agenten-Action gibt es heutzutage auch mit Jason Bourne (Bourne-Reihe) und Ethan Hunt (Mission Impossible). Plus: Der einstige Charmebolzen und Macho mit Hang zu schnellen Autos, schönen Frauen und markanten Sprüchen ist spätestens mit Darsteller Daniel Craig endgültig zum einsilbigen Actionhelden mutiert. Craigs viertes Bond-Abenteuer Spectre vollendet die Neuausrichtung der Bond-Reihe: Atemberaubende Action-Stunts gibt es immer noch. Wichtiger ist Regisseur Sam Mendes aber eine Story, die sich hauptsächlich mit der geschundenen Psyche von 007 beschäftigt. 

Mit Darsteller Daniel Craig wurde Agent James Bond endgültig zum einsilbigen Actionhelden
Mit Darsteller Daniel Craig wurde Agent James Bond endgültig zum einsilbigen Actionhelden

Darum geht’s in Spectre: Während in London über die Zukunft des Geheimdienstes MI6 und seiner Doppelnull-Agenten entschieden wird, ist James Bond (Daniel Craig) im ungenehmigten Alleingang unterwegs, um die Hintermänner einer Geheimorganisation mit Namen „Spectre“ zu finden. Sehr zum Missfallen des neuen MI6-Chefs M (Ralph Fiennes), der Bond kurzerhand in den Zwangsurlaub schickt, um das Ansehen seiner Abteilung nicht noch weiter zu beschädigen. Denn die Agenten mit der Lizenz zum Töten sollen zukünftig durch ein globales Hightech-Spionage-System abgelöst werden. Bond lässt sich allerdings nicht beirren und ermittelt mit Hilfe von Moneypenny (Naomie Harris) und Q (Ben Wishaw) auf eigene Faust in Rom und Österreich weiter. 

Schicke Anzüge, schöne Frauen: James Bond (Daniel Craig) bleibt seinem Image treu
Schicke Anzüge, schöne Frauen: James Bond (Daniel Craig) bleibt seinem Image treu

Weniger Schauwerte, mehr Psychodrama
Spectre
bietet weniger Schauwerte als Skyfall, dafür mehr Psychodrama. Wie wurde aus einem ambitionierten Spion der zynische und skrupellose Einzelgänger, wie er sich in Spectre und anderen Bond-Filmen präsentiert? Weitere Überraschung: Spectre führt viele Handlungsfäden der vorherigen 3 Teile zusammen. Folge: Der Film ist mit 2,5 Stunden recht lang geraten und nicht jede Story-Wendung gelingt Regisseur Mendes überzeugend. Immerhin: Selbst eingefleischte Bond-Fans kommen auf ihre Kosten: Wieder gibt’s exotische Drehorte, den geschüttelten Wodka-Martini und den alten Aston Martin, den einst Sean Connery in den ersten Bondfilmen fuhr. Doch die Stärken des 24. Bond-Films sind seine pointierten und launigen Dialoge. Und natürlich die grandiosen Schauspieler, die selbst alten Bond-Figuren wie Q neues Leben einhauchen. Einziger Ausnahme: Der von Christoph Waltz gespielte Bösewicht hat einen zu kurzen Auftritt. Angst um sein Fortbestehen muss Bond sich dennoch nicht machen. Solange es den Machern – wie in Spectre gelingt – dem Superspion neue Facetten zu entlocken, die auch noch zum Zeitgeist passen, bleibt 007 interessant.

Fazit: Trotz einiger Längen ist Spectre ein hochspannender Agenten-Thriller. Ein gelungener Abschluss der Bond-Reihe mit Daniel Craig.

James Bond 007 - Spectre (USA 2015)

Regie:

Sam Mendes

Drehbuch:

John Logan
Neal Purvis
Robert Wade
Jez Butterworth

Darsteller:

Daniel Craig
Christoph Waltz
Ralph Fiennes
Ben Whishaw
Naomie Harris

Länge: 

148 Minuten

Start: 

5. November 2015

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