Gelungene Nostalgie-Party auf der Enterprise: Unser Filmtipp "Star Trek"

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Sci-Fi-Action in Warp-Geschwindigkeit: Im neusten "Star Trek"-Abenteuer lassen es Kirk, Spock und Co. noch mal richtig krachen

Kann man einem fast 50-jährigen Science-Fiction-Mythos noch einmal Leben einhauchen? Man kann. Und wie man kann, zeigt Regisseur und Produzent J.J. Abrams im neusten Kinoabenteuer des Raumschiffs Enterprise. Kaum zu glauben: Der neue "Star Trek" ist trotz Phasern, Beamen und Spockgriff zeitgemäß, spannend und sogar ein wenig sexy.

Zugegeben: Wer die letzten "Star Trek"-Filme gesehen hat, dürfte keine großen Erwartungen an weitere Experimente des inzwischen sechs TV-Serien und elf Kinofilme umfassenden Science-Fiction-Epos haben. Zu enttäuschend waren die Leinwandausflüge der "Next Generation". Abrams hat dem "Star Trek"-Universum jetzt eine Runderneuerung verpasst. Nicht nur die Brücke des Raumschiffdampfers wurde frisch gestrichen, auch die überalterte Crew wurde von Bord geschickt. "Star Trek" findet zu seinen Wurzeln zurück und erzählt die Vorgeschichte der Serie von 1966. Nur eben ohne das moppelige Star-Trek-Fossil William Shatner. "Lost"-Macher Abrams schießt ein neues Schaupieler-Team ins All, das es durchaus mit seinen Vorgängern aufnehmen kann. Aber keine Angst: Auch der neue Kirk (Chris Pine) ist immer noch für eine ordentliche Kneipenschlägerei zu haben, die selbst Bud Spencer erfreuen würde.

Die Story: Während des Angriffs eines Romulaner-Raumschiffes auf ein Förderationsschiff opfert George Kirk als Kapitän sein Leben, damit die Besatzung rechtzeitig evakuiert werden kann. Mit dabei: Sein frisch geborener Sohn James Tiberius. Dieser schlägt sich 25 Jahre später lieber in Bars herum, als in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Dennoch kann ihn Captain Pike (Bruce Greenwood) überzeugen, bei der Sternenflotte anzuheuern. Während seiner Ausbildung lernt Raufbold Kirk die übrige zukünftige Enterprise-Crew kennen: den Schiffarzt "Pille" McCoy (Karl Urban), die attraktive Uhura (Zoe Saldana), die Piloten Chekov (Anton Yelchin) und Sulu (John Cho) sowie Ingenieur Scotty (Simon Pegg), der etwas später zur Mannschaft stößt. Ach ja, und den Halbvulkanier Spock (Zachary Quinto), mit dem Kirk gleich im Clinch liegt. Als das angriffslustige Romulanerschiff wieder auftaucht müssen beide allerdings ihre Rivalitäten überwinden, um die Galaxis zu retten.

Spitzohr Spock hat Sex
Die zeitgemäße Frischzellenkur wird nicht jedem Trekkie schmecken. Die Kamera wackelt und vibriert und einige Figuren wurden radikal restauriert: Vernunftsvulkanier und Spitzohr Spock wird von seinen Emotionen geplagt und hat sogar eine Geliebte. Faszinierend. Aber genau dieser Neustart war nötig, um neben eingefleischten Fans auch ein neues Publikum anzusprechen. Das Ergebnis: Star Trek war noch nie so sexy. Auch die Nachwuchsbesatzung – insbesondere Pine als Kirk und Urban als McCoy – spielen die bekannten Weltraumhaudegen perfekt. Das Drehbuch bietet zwar keine Quantensprünge (Stichwort: Zeitanomalie) und erinnert stellenweise doch sehr an "Krieg der Sterne"; dennoch ist "Star Trek" ein zweistündiges Sci-Fi-Spaßfest, für das Sie sich schnellstens ins Kino beamen sollten.

Star Trek (USA 2009)
Regie: J.J. Abrams
Buch: Roberto Orci, Alex Kurtzman
Darsteller: Chris Pine, Zachary Quinto, Eric Bana, Bruce Greenwood, Karl Urban, Zoe Saldana, Simon Pegg, John Cho, Anton Yelchin, Winona Ryder, Leonard Nimoy
Länge: 126 Minuten
Start: 7. Mai 2009

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