Vom Fiesling zum Visionär in 3 Akten: Unser Filmtipp "Steve Jobs"

In „Steve Jobs“ spielt Michael Fassbender den Apple-Mitbegründer in drei Schlüsselmomenten seiner Karriere.
Trailer zum Film "Steve Jobs"

In „Steve Jobs“ spielt Michael Fassbender den Apple-Mitbegründer in drei Schlüsselmomenten seiner Karriere. Packendes Theater-Kino mit rasanten Rededuellen

Seit dem Tod von Apple-Mitbegründer Steve Jobs häufen sich Filme und Dokus über das umstrittene Konzern-Genie. In Regisseur Danny Boyles Film Steve Jobs spielt nun Michael Fassbender den 2011 verstorbenen Tech-Visionär. Und zwar in drei Schlüsselmomenten seiner Karriere: kurz vor der Präsentation des Macintosh 1984, des Cube von Jobs' Firma NEXT im Jahre 1988 und schließlich des iMac im Jahre 1998. Nur etwas für Apple-Fanboys?  Von wegen! Steve Jobs ist eine grandiose Charakterstudie in 3 Akten, die an Spannung kaum zu überbieten ist. Und Jobs sowohl als Visionär aber auch als arroganten Fiesling zeigt.

Eines von Steve Jobs‘ größten Talenten war die Präsentation, die große Show
Eines von Steve Jobs‘ größten Talenten war die Präsentation, die große Show 

Darum geht’s in Steve Jobs: ImJanuar 1984 will Apple-Mitbegründer Steve Jobs (Michael Fassbender) den ersten Macintosh der Welt vorstellen. Doch der Prototyp will nicht einmal „Hallo“ sagen. Zusammen mit Marketing-Managerin Joanna Hoffman (Kate Winslet) versucht er, kurz vor der Präsentation die Probleme in den Griff zu bekommen, unter anderen, in dem er seine Mitarbeiter offen bedroht. Die Nerven liegen blank. Und dann taucht auch noch Jobs‘ Ex-Freundin auf. Ihre Forderung: Jobs soll endlich die gemeinsame fünfjährige Tochter Lisa anerkennen.

Jobs (Michael Fassbender) kennt weder Mitgefühl noch Freunde, wenn es um seine Ziel geht. Das erfährt auch Kumpel Steve Wozniak (Seth Rogen)
Jobs (Michael Fassbender) kennt weder Mitgefühl noch Freunde, wenn es um seine Ziele geht. Das erfährt auch Kumpel Steve Wozniak (Seth Rogen)

Jobs wütet, droht, manipuliert
Danny Boyles dialoglastiges Kammerspiel in 3 Akten findet in engen Gängen, Garderoben und Backstage-Räumen statt. Dabei schickt Boyle Jobs immer die gleichen Figuren über den Weg. Neben Ex-Freundin und Tochter liefern sich auch Kumpel und Apple-Mitbegründer Steve Wozniak (Seth Rogen) sowie Apple-CEO John Sculley (Jeff Daniels) rasante Wortgefechte mit dem egozentrischen Genie. Dabei kommt der Apple-Gründer nicht gerade sympathisch rüber. Jobs wütet, droht, manipuliert, kennt weder Mitgefühl noch Freunde, wenn es um seine Ziele geht. Ob das tatsächlich so gewesen ist? Völlig egal. Tatsächlich sieht Fassbender Jobs nicht mal ähnlich. Als Spielfilm funktioniert Steve Jobs trotzdem hervorragend. Eines von Jobs‘ größten Talenten war die Präsentation, die große Show – und das beherrscht auch Boyle. Sein Film sieht sehr gut aus, glänzt mit hervorragenden Schauspielern und fesselt mit starken Rededuellen.

Fazit:Steve Jobs ist packendes Theater-Kino, in dem sich ein cholerischer Fiesling zum beinahe menschlichen Visionär entwickelt.

Steve Jobs (USA 2015)

Regie:

Danny Boyle

Drehbuch:

Aaron Sorkin, Walter Isaacson (Buchvorlage)

Darsteller:

Michael Fassbender, Kate Winslet, Seth Rogen, Jeff Daniels

Länge: 

122 Minuten

Start: 

12. November 2015

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