Fluch und Segen des Erwachsenwerdens: Unser Filmtipp "Submarine"

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Trailer zum Film "Submarine"

In "Submarine" will ein verpeilter 15-jähriger nicht mehr Jungfrau sein und auch noch das Liebesleben seiner Eltern aufpeppen. Was nicht so leicht, aber sehr unterhaltsam ist, wie wir finden

Oliver Tate ist 15 und verbringt die meiste Zeit seines Teenie-Daseins auf Tauchstation. Der Grund: Oliver ist in der Schule nicht sonderlich beliebt, hat eine seltsame Pilzkopffrisur, eine gestörte Selbst-Wahrnehmung und ist auch sonst eher jemand, den man als waschechten Nerd bezeichnen würde. "Manchmal wünschte ich, mir würde eine Filmcrew folgen", träumt er. Und genau so muss man sich die britische Komödie "Submarine" vorstellen: Schmerz- und Glücksmomente des Erwachsenwerdens aus der Perspektive eines leicht verschrobenen Teenies, der mit den sich selbst auferlegten Zielen, seine Jungfräulichkeit zu verlieren und die Beziehung seiner Eltern zu kitten, heillos überfordert ist. Regisseur Richard Ayoade ist eine sehenswerte und skurrile Tragikomödie gelungen, die insbesondere mit trockenem Humor punktet.

Oliver (Craig Roberts) verknallt sich in die selbstbewusste Jordana (Yasmin Paige)
Oliver (Craig Roberts) versucht seine erste Liebesbeziehung in den Griff zu bekommen.

Darum geht’s: Oliver (Craig Roberts) lebt in einer tristen Kleinstadt in Wales im Jahr 1986. Der 15-jährige liest Nietzsche, leidet an Selbstüberschätzung und ist extrem verpeilt. Als er sich in die selbstbewusste Mitschülerin Jordana (Yasmin Paige) verliebt und seine Mutter mit dem schrägen New-Age-Guru von nebenan anbändelt, gerät Olivers Weltbild aus den Fugen. Etwas unbeholfen versucht er, seinen depressiven Vater aus der Reserve zu locken und gleichzeitig seine erste Liebesbeziehung in den Griff zu bekommen.

Oliver versucht das Liebesleben seiner verklemmten Eltern aufpeppen
Submarine; liebevoller und schräger Film im 80er-Jahre-Style

"Das erste Mal" im 80er-Jahre-Style
In "Submarine" geht’s wie in vielen "Coming of age"-Filmen um typische Teenie-Probleme, wie "das erste Mal" und "Mobbing in der Schule". Regisseur Ayoade hat es aber geschafft, die Romanvorlage von Joe Dunthorne in einen liebevollen und schrägen Kinofilm zu verwandeln. Dazu tragen insbesondere die sprunghafte Erzählperspektive Olivers, die hervorragenden Schauspieler und das herrlich altbackene 80er-Jahre-Styling bei. Auch großartig: der melancholische Soundtrack von "Arctic Monkeys"-Frontmann Alex Turner

Fazit: "Submarine" ist eine schräge, aber charmante Komödie übers Erwachsenwerden.

Submarine (Großbritannien 2010)
Regie:
Richard Ayoade
Drehbuch: Richard Ayoade, Joe Dunthorne (Romanvorlage)
Darsteller: Craig Roberts, Sally Hawkins, Yasmin Paige,  Noah Taylor
Länge: 97 Minuten
Start: 17. November

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