Clooney als Killer in der Schaffenskrise: Unser Filmtipp "The American"

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In unserem Filmtipp "The American" will George Clooney seinen Job als Killer an den Nagel hängen – und wird zum Gejagten. Ein cooler, schnörkelloser Krimi

Wer der Meinung ist, Filme über Profikiller gebe es schon zu Genüge, hat sicherlich Recht. Trotzdem sollten Sie "The American" eine Chance geben. Denn der Film des ehemaligen Starfotografen und Videoclip-Machers Anton Corbijn (vor drei Jahren gefeiert für sein Regiedebüt "Control") ist eine atmosphärische Killerballade, die einen von Beginn an in den Bann zieht. Sehr geradlinig und ohne große Effekte entwirft Corbijn das kühle Porträt eines Mannes, der sein ganzes Leben präzise und kaltblütig getötet hat. Und der merken muss, dass es unmöglich ist aus diesem Geschäft auszusteigen. Oder doch nicht?

Die Story: Der Amerikaner Jack (Clooney) ist Auftragskiller. Als ihm erstmals ein Fehler unterläuft und er eine unschuldige Person umbringen muss, will er aus dem tödlichen Geschäft aussteigen. Nur noch ein Job, dann ist Schluss, versichert ihm sein Auftraggeber am Telefon. In einem italienischen Bergdorf soll Jack nicht einmal selbst zur Waffe greifen, sondern lediglich ein Gewehr bauen. Doch nicht alles läuft nach Plan. Nach einiger Zeit schließt Jack so etwas wie Freundschaft mit dem Dorf-Pfarrer, bandelt mit einer Prostituierten an, und plötzlich heften sich neben der sexy-mysteriösen Kontaktperson Mathilde (Thekla Reuten) Killer an Jacks Fersen.

Aufs Wesentliche reduziert
Schon die Eingangssequenz von "The American" gibt die Richtung des Films vor. Weil sie eine lästige Zeugin ist, bringt Killer Jack eine Frau um, mit der er kurz vorher noch im Bett war. Er erschießt sie feige hinterrücks, eiskalt, ohne dabei eine Miene zu verziehen. Und so wie in diesen ersten Minuten machen Regisseur Corbijn und sein Hauptdarsteller Clooney weiter – schnörkellos und kühl. Wie schon in "Control" merkt man auch Corbijns zweitem Werk an, dass der Holländer mit den Augen eines Fotografs Regie führt. Jedes Bild, jede Einstellung sitzt, alles ist aufs Wesentliche reduziert. Dieses Reduzierte macht "The American" so besonders, da die 99 Minuten einfach nur stimmig wirken, kein Wort zu viel verloren, keine Einstellung zu lang gehalten wird – und ein genial-kühler George Clooney sowie die atmosphärische Musik von Herbert Grönemeyer (keine Angst, er singt nicht) runden das Ganze perfekt ab.

Fazit: "The American" ist ein Profikiller-Film der besonderen Sorte: sehr ruhig und schnörkellos inszeniert, mit einem George Clooney in Bestform in der Hauptrolle. Ansehen!

The American (USA 2010)
Regie: Anton Corbijn
Drehbuch: Rowan Joffe
Darsteller: George Clooney, Violante Placido, Thekla Reuten, Paolo Bonacelli
Länge: 99 Minuten
Start: 16. September 2010

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