Stallone zündet Testosteron-Feuerwerk: Unser Filmtipp "The Expendables"

Die Filmtipps der Redaktion

Sylvester Stallone will's noch mal wissen. In "The Expendables" versammelt er das Who-is-who des Action-Kinos. Ein Filmtipp, der Old-School-Unterhaltung mit sich bringt

Es klingt zu schön um wahr zu sein. "The Expendables" vereint fast alle Größen des 80er- und 90er-Action-Kinos in einem Film: Sylvester Stallone, Mickey Rourke, Dolph Lundgren, Steve Austin, Eric Roberts und selbst Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger schauen kurz vorbei. Stallones Film (er hat auch Regie geführt und das Drehbuch geschrieben) ist vor allem ein Actionfeuerwerk der alten Schule: viel Testosteron, wenig Handlung aber auch keine überladenen Special-Effects-Schlachten. "The Expendables" ist ein nostalgischer und vor allem knallharter Actionspaß. Genau das Richtige für den nächsten Männerabend.

Pures Testosteronkino
Einziger Wermutstropfen: Haudrauf-Veteranen Steven Seagal und Jean-Claude Van Damme sind bei der Ballerorgie leider nicht mit von der Partie. Dafür dürfen neben den Action-Opas (Stallone ist 64) auch noch Jason Statham, Jet Li, Ultimate Fighter Randy Couture und Football-Star Terry Crews ordentlich auf den Putz hauen bzw. ballern. Die Story ist erwartungsgemäß schnell erzählt: Barney Ross (Stallone) ist Anführer einer Truppe von Söldnern, die für einen zwielichtigen Auftraggeber (Bruce Willis) den Diktator eines südamerikanischen Inselstaates aus dem Weg räumen soll. Sie nennen sich "The Expendables" (Die Entbehrlichen), muskelbepackte Recken, die gerne mit ihren Tätowierungen und knatternden Bikes prahlen oder Messer durch die Gegend werfen. Pures Testosteronkino eben. Das ist aber keineswegs ein Problem. Im Gegenteil, denn die Mischung stimmt einfach. Die Action-Veteranen hatten sichtbar Spaß am Set und ihre knappen Dialoge zwischen den Baller- und Prügelszenen sind echt witzig.

Selbstironische Action-Ikonen
Wenn Stallone und Rourke ihre geschundenen Muskelpakete ins Tattoo-Studio schleppen und über ihr verpfuschtes Söldner-Leben philosophieren, hat das schon Charme. Im High-Tech-Kino der Gegenwart hat keiner der alten Haudegen mehr viel zu melden. Selbst ihre Muskeln hängen schwer an den Knochen, sie wirken tatsächlich entbehrlich. Irgendwie traurig, aber auch hier überzeugt der Film mit viel lakonischem Witz. Der wichtigste Trumpf von "The Expendables": In einer großartigen Film-Szene erscheinen Stallone, Willis und Schwarzenegger, die Ikonen des Action-Films, gemeinsam auf der Leinwand. Ein Auftritt, der vor allem selbstironische Töne anstimmt. Schon allein dafür lohnt sich der Eintritt.

Fazit: Neben einem geradlinigen und bleihaltigen Genrefilm ist "The Expendables" in erster Linie eine Hommage an das Action-Kino vergangener Dekaden. Bei weitem kein Meisterwerk, aber um Welten besser als ein Großteil der Actionfilme, die heutzutage an den Start gehen. Denn es macht schon einen Heidenspaß endlich mal wieder einen altmodischen Haudrauf-Streifen zu sehen, auch wenn man derartige Filme eigentlich nicht besonders vermisst hat. Bevor also der nächste Jerry-Bruckheimer-0815-Streifen die Leinwand erobert, können Sie es mit "The Expendables" noch mal so richtig krachen lassen.

The Expendables (USA 2010)
Regie: Sylvester Stallone
Drehbuch: Dave Callaham, Sylvester Stallone
Darsteller: Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Eric Roberts, Randy Couture, Steve Austin, Mickey Rourke, Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis
Länge: 103 Minuten
Start: 26. August

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