Diese Hornisse sticht Superhelden aus: Unser Filmtipp "The Green Hornet"

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Mit "The Green Hornet" beginnt das Kinojahr schön schräg. Wir sagen, was der neue Superhelden-Klamauk taugt

Die grüne Hornisse wurde vom Hafer gestochen. Denn der angestaubte Trash-Superheld aus den 30ern wagt sich als teure 3D-Blockbuster-Version auf die Kinoleinwand. Die Rahmenbedingungen könnten skurriler kaum sein: In der Big-Budget-Produktion "The Green Hornet" treffen Komödien-Pummelchen Seth Rogen, Oscar-Preisträger Christoph Waltz und Independent-Regisseur Michel Gondry aufeinander. Ergebnis: Ein zeitgemäßer, aber auch typischer Superhelden-Action-Klamauk, der dank Gondrys Ideen und Waltz‘ brillanter Bösewichtdarstellung für viele erstklassige Lacher sorgt. Damit sticht der Film locker unzählige Comic-Verfilmungen – insbesondere der Marvel-Reihe – der letzten Jahre aus. Für mehr als Lob im Bereich Slapstick-Action reicht es allerdings nicht.

Die Story: Partykönig Britt Reid (Seth Rogen) erbt nach dem plötzlichen Tod seines Vaters, dem Zeitungs-Tycoon James Reid (Tom Wilkinson), den "Daily Sentinel". Aber er fühlt sich nicht zum Zeitungsverleger berufen. Gemeinsam mit seinem Assistenten, Waffen-Designer und Martial-Arts-Kämpfer Kato (Jay Chou), erfindet er den maskierten Superhelden "The Green Hornet", um den Finsterlingen der Stadt mal ordentlich den Hintern zu versohlen. Allerdings stellt sich Reid in den Medien als Bösewicht dar, um seinen Feinden näherzukommen. Das Problem: Mit steigender Medien-Aufmerksamkeit wird er übermütig und stößt nicht nur seinen Partner Kato vor den Kopf, sondern auch Unterwelt-Boss Benjamin Chudnofsky (Waltz). Denn dieser bekommt immer häufiger zu hören, nicht furchterregend genug zu sein. Folge: Als "Blutnofsky" mit blutrotem Mantel will er die lästige Hornisse auslöschen.

Disco-Weihnachtsmann stiehlt allen die Show
"The Green Hornet" basiert auf einer gleichnamigen US-Radioserie, wurde dann als Comic verlegt und inspirierte sogar eine erfolgreiche Fernsehserie mit Bruce Lee als Kato. In Gondrys Version stiehlt Waltz (ähnlich wie in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds") allen die Show. Die Story macht zwar nicht viel her, auch sind die 3D-Effekte überflüssig – aber schon kleine Szenen, in denen beispielsweise ein geschniegelter Gucci-Ganove Oberschurke Chudnofsky in seinem schwarzen Samt-Sacko als „Disco-Weihnachtsmann“ verspottet, der „überhaupt nicht gruselig ist“, entschädigen für allzu dümmliche Blödeleien von Rogen & Co. Fazit: „The Green Hornet“ ist charmant, ironisch, abgedreht, aber vor allem herrlich unterhaltsam.

The Green Hornet (USA 2011)
Regie: Michel Gondry
Drehbuch: Seth Rogen, Evan Goldberg
Darsteller: Seth Rogen, Jay Chou, Christoph Waltz, Cameron Diaz
Länge: 108 Minuten
Start: 13. Januar 2011

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