Mathe-Genie als Kriegsheld: Unser Filmtipp „The Imitation Game“

Trailer zum Film
Trailer zum Film "The Imitation Game"

In „The Imitation Game“ versucht ein Mathematiker den Verschlüsslungs-Code der Nazis zu knacken und ein eigenes Geheimnis zu bewahren. Ein spannender Historienthriller

Alan Turing hat den Zweiten Weltkrieg gewonnen, behaupten einige. Andere sagen, er habe den Krieg um einige Jahre verkürzt. Der britische Mathematiker und Informatiker knackte die deutsche Kodierungsmaschine Enigma und verschaffte den Alliierten einen entscheidenden Vorteil im Kampf gegen Nazi-Deutschland. Die britische Regierung dankte es ihm mit Ausgrenzung. Turing war homosexuell und wurde dafür angeklagt und verurteilt.  In The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben spielt Benedict Cumberbatch (Sherlock) den genialen, aber nicht gerade sehr umgänglichen Sonderling Turing mit viel trockenem Humor. Ergebnis: ein brillanter, spannender und vielschichtiger Historienthriller.

Der begabte Mathematiker Alan Turing (Benedict Cumberbatch) will den als unentschlüsselbar geltenden Enigma-Code der Nazis knacken
Der begabte Mathematiker Alan Turing (Benedict Cumberbatch) will den als unentschlüsselbar geltenden Enigma-Code der Nazis knacken

Darum geht’s in The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben: Der begabte Mathematiker Alan Turing (Benedict Cumberbatch) heuert beim britischen Geheimdienst an, um zusammen mit anderen Spezialisten den als unentschlüsselbar geltenden Enigma-Code der deutschen Wehrmacht zu knacken. Mit seinen unkonventionellen Methoden und arroganten Art eckt er bei Kollegen und Vorgesetzen an. Statt Funksprüche zu analysieren, baut Turing im Alleingang an einem Computer und stellt sogar eine junge Mathematikerin (Keira Knightley) ein. Niemand darf wissen, dass Turing homosexuell ist, da dies in Großbritannien unter Strafe steht.

Alan Turing (Benedict Cumberbatch) und Kollegin Joan (Keira Knightley)
Alan Turing (Benedict Cumberbatch) und Kollegin Joan (Keira Knightley)

Wiedergutmachung für einen vergessenen Helden
Als sein Doppelleben 1952 zufällig auffliegt, verurteilt die britische Regierung Turing wegen „grober Unzucht“ – trotz seiner Verdienste während des Zweiten Weltkriegs. Nur die so genannte „chemische Kastration“, eine Hormontherapie, bewahrt ihn vor dem Gefängnis. Turing stirbt 1954, vermutlich durch Selbstmord, ohne dass jemand von seinen Heldentaten erfährt. Regisseur Morten Tyldum inszeniert The Imitation Game als hochspannenden Spionagethriller, der zwischen 3 verschiedenen Zeitebenen hin- und herspringt. Sein größter Coup ist allerdings Benedict Cumberbatch. Der spielt den besessenen Code-Knacker grandios. Mal kühl arrogant, mal sensibel humorvoll. 

Fazit: The Imitation Game ist eine scharfe Kritik von Vorurteilen und Diskriminierung, eine filmische Wiedergutmachung für einen vergessenen Helden – aber auch ein verdammt guter Spionagethriller.

The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben (Großbritannien / USA  2014)
Regie:
Morten Tyldum
Drehbuch: Graham Moore, Andrew Hodges (Buchvorlage)
Darsteller: Benedict Cumberbatch, Keira Knightley, Matthew Goode
Länge: 114 Minuten
Start: 22. Januar 2015

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