Atemberaubender Hochseilakt: Unser Filmtipp "The Walk"

In „The Walk“ plant ein französischer Hochseilkünstler einen Spaziergang zwischen den Turmspitzen des World Trade Centers in New York
Trailer zum Film "The Walk"

In „The Walk“ plant ein französischer Hochseilkünstler einen Spaziergang zwischen den Turmspitzen des World Trade Centers in New York. Dazu brauchen Sie Nerven wie Drahtseile

Ich habe eigentlich keine Höhenangst. Trotzdem rutschte ich während der Vorführung von Robert Zemeckis‘ Film über den legendären Stunt des französischen Hochseilartisten Philippe Petit mit schweißnassen Händen und rasendem Puls am Rand meines Kinosessels hin und her. The Walk zeigt die Vorbereitung und Durchführung von Petits illegalen Balanceakt zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers in New York. Sie haben richtig gelesen: Der verrückte Franzose lief 1974 tatsächlich in 417 Meter Höhe 61 Meter lang nur auf einem Drahtseil herum – insgesamt 8 Mal und selbstverständlich ohne Sicherung oder Fallschirm. Und die Spannung in The Walk ist tatsächlich kaum auszuhalten. Die Gründe: Atemberaubende 3D-Bilder und Nervenkitzel wie in einem gutgemachten Gauner-Thriller.

Straßenkünstler Philippe Petit (Joseph Gordon-Levitt) hat eine Vision: Er will zwischen den Türmen des World Trade Centers herumspazieren
Straßenkünstler Philippe Petit (Joseph Gordon-Levitt) hat eine Vision: Er will zwischen den Türmen des World Trade Centers herumspazieren

Darum geht’s in The Walk: Der französische Straßenkünstler Philippe Petit (Joseph Gordon-Levitt) will unbedingt Hochseilartist werden. Nachdem er sich von Mentor Papa Rudy (Ben Kingsley) die Hochseilkunst beibringen lässt, setzt sich in seinem Kopf eine verrückte Vision fest: Er will seinen Drahtseilakt zwischen den 2 Türmen des World Trade Centers durchführen, die sich gerade im Bau befinden. Da ihm das niemand jemals genehmigen wird, entwickelt er in jahrelanger Arbeit mit einem Team von Mitverschwörern einen aufwendigen Plan, um seinen gewagten Stunt durchzuführen. 

Petit und sein Team von Mitverschwörern entwickeln einen Plan, um den gewagten Stunt durchzuführen
Petit und sein Team von Mitverschwörern entwickeln einen Plan, um den gewagten Stunt durchzuführen

Hochspannung in schwindelerregenden Höhen
Bei einem guten Zaubertrick oder Zirkuskunststück zieht der Künstler seine Zuschauer komplett in seinen Bann, so dass diese gar nicht merken, was außerhalb der Vorführung passiert. Und genau so funktioniert auch The Walk. Wie eine gut durchdachte Vorstellung blendet der Film alles Unnötige (über Petit, sein Leben, seine weiteren Stunts) aus, um nicht vom großen Kunststück abzulenken. Tatsächlich erfahren wir nicht viel über den Menschen Petit. Ein tiefer Blick in seine Künstlerseele, die wahren Gründe, die ihn antreiben, bleiben ebenfalls verborgen. Auch dass The Walk am Anfang etwas kitschig märchenhaft daher kommt, gehört zur Illusion. Aber all das fällt einem erst auf, wenn man den Kinosaal verlässt und über das Gesehene nachdenkt. So gesehen macht Regisseur Zemeckis viel richtig. Plus: Obwohl alle Bilder um die Türme des World Trade Centers zwangsläufig komplett am Computer entstanden sind, wirkt alles sehr realistisch. Die lange Planung und Vorbereitung vor Ort hat Zemeckis wie in einem Heist- oder Gaunerfilm inszeniert. Während Petit ganz oben zwischen den Türmen des World Trade Centers hin- und her spaziert, balanciert der Zuschauer zwischen ungläubigem Staunen und panischer Angst. Meine Hände waren 15 Minuten nach dem Abspann immer noch schweißnass.

Fazit:The Walk ist Hochspannung in schwindelerregenden Höhen. Dazu brauchen Sie Nerven wie Drahtseile. Übrigens: Die oscarprämierte Doku Man on Wire – Der Drahtseilakt (2008), auf die der Film größtenteils basiert, ist mindestens genauso spannend.

The Walk (USA 2015)

Regie:

Robert Zemeckis

Drehbuch:

Robert Zemeckis, Christopher Browne, Philippe Petit (Buchvorlage)

Darsteller:

Joseph Gordon-Levitt, Charlotte Le Bon, Ben Kingsley

Länge: 

123 Minuten

Start: 

22. Oktober 2015

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