Roboter im Verschrottungsrausch : Unser Filmtipp "Transformers 3"

Die Filmtipps der Redaktion

In Michael Bays Action-Sause "Transformers 3" können die gleichnamigen Riesenroboter mal wieder ordentlich Metall verbiegen. Wir verraten, ob die Abriss-Apokalypse den Kinobesuch wert ist

Größer, teurer, lauter und vor allem in 3D randalieren die Riesenroboter des Spielzeugkonzerns Hasbro diesmal auf der Leinwand. Die sich in Trucks und Sportwagen verwandelbaren Maschinen-Aliens kämpfen in "Transformers 3" wieder einmal gegen ihre fiesen Alter-Egos. Dabei setzt Blockbuster-Regisseur Michael Bay wie schon bei den beiden Vorgänger-Filmen auf komplette Reizüberflutung. Immerhin: Die Spezial- und 3D-Effekte sind erstklassig, auch wenn man nach 2,5 Stunden Action-Dauerberieselung völlig erschöpft aus dem Kino torkelt.

Die Story von "Transformers 3" ist gewohnt bizarr und teilweise außerirdisch unsinnig. Ähnlich wie in X-Men: Erste Entscheidung“ versucht sich der Film in alternativer Geschichtsschreibung: Die Mondlandung 1969 diente allein dem Zweck, insgeheim ein dort abgestürztes Transformer-Raumschiff zu untersuchen. Regierung und NASA halten diese Entdeckung 40 Jahre lang unter Verschluss. An Bord ist ein bislang unbekannter Transformer: der verschollen geglaubte Herrscher von Cybertron, dem Heimatplaneten der Riesenroboter. Als dieser von den mit der US-Regierung verbündeten Autobots reaktiviert wird, beginnt der Krieg mit den fiesen Decepticons aufs Neue. Währenddessen versucht Serien-Held Sam Witwicky (Shia LaBeouf), einen Job zu bekommen und seine neue Beziehung zur bildhübschen Mikaela (Rosie Huntington-Whiteley) nicht in den Sand zu setzen. Ganz nebenbei muss er nicht nur die Welt, sondern das ganze Universum retten.

Abriss-Apokalypse mit Bombast-Showdown
Natürlich gibt es weitere Handlungsstränge und Nebenschauplätze, in denen vor allem alte Bekannte der ersten zwei Transformers-Filme auftreten. Aber, mal ganz ehrlich: Unterm Strich ist das alles egal. Man verliert ohnehin schnell den Überblick, wer jetzt eigentlich welche Ziele verfolgt und wie genau das Universum eigentlich gerettet werden soll. Selbst die Schauspieler sind wieder nur Beiwerk: Megan-Fox-Ersatz und Topmodel Rosie Huntington-Whiteley zeigt vornehmlich ihre Rundungen und Shia LaBeouf rennt abermals aufgeregt durch herumfliegende Trümmer.

Im Mittelpunkt der Action-Sause steht der Kampf der Roboterbrüder – und die beulen sich diesmal besonders destruktiv. Ganze Städte legt die außerirdische Abrisstruppe in Schutt und Asche. Ruhepause? Fehlanzeige. Bereits nach einer Stunde beginnt der Bombast-Showdown, in dem es natürlich nicht an etwas lächerlichen patriotischen Parolen fehlt. Sei’s drum. Was "Transformers 3" aus der Masse des gewöhnlichen Blockbuster-Trashs herausreißt, sind die sensationellen Spezialeffekte. Michael Bays CGI-Abteilung hat ordentlich Pixel verbogen: Epische, detailverliebte Actionsequenzen gibt’s quasi im Minutentakt. Selbst die 3D-Effekte überraschen und verursachen auch nach 2,5 Stunden keine Kopfschmerzen. Fazit: Hirn aus, Augen auf und eine bombastisch inszenierte Abriss-Apokalypse genießen.

Transformers 3 (USA 2011)
Regie: Michael Bay
Buch: Ehren Kruger
Darsteller: Shia LaBeouf, Rosie Huntington-Whiteley, Frances McDormand, John Malkovich
Länge: 157 Minuten
Start: 29. Juni 2011

Seite 66 von 68

Sponsored SectionAnzeige