Liam Neeson rast durch Berlin: Unser Filmtipp "Unknown Identity"

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Thriller-Pflichttermin: In "Unknown Identity" hetzt Liam Neeson durch die deutsche Hauptstadt, um seine Identität zurück zu bekommen

Es ist kaum zu glauben. Der 58-jährige Charakterschauspieler Liam Neeson ("Schindlers Liste", "Five Minutes of Heaven") mausert sich zum Action-Star. Bereits in "96 Hours" (2008) und "Das A-Team" (2010) hatte der Ire eindrucksvoll gezeigt, dass er auch mit Fäusten und Pistole eine gute Figur abgibt. Jetzt macht er in "Unknown Identity" als identitätsloser Biologe Berlin unsicher. Und das im klassischen Hitchcock-Stil: mit rasanten Verfolgungsjagden, einer spannenden Verschwörungsgeschichte und coolen Plottwists.

Die Story: Der Biologe Dr. Martin Harris (Liam Neeson) reist mit seiner Frau (January Jones) nach Berlin, um auf einem Wissenschaftskongress zu referieren. Doch nach einem Autounfall und vier Tagen im Koma hat er mit einigen Gedächtnislücken zu kämpfen. Das Problem: Weder Kollegen, noch seine Frau erkennen ihn wieder. Auch hat an ihrer Seite bereits ein anderer Martin Harris seinen Platz eingenommen. Ist Martin verrückt geworden? Zusammen mit der Taxifahrerin Gina (Diane Kruger) und einem ehemaligen Stasi-Spion (Bruno Ganz) kommt er einer Verschwörung auf die Spur.

Diesmal kracht‘s in der Friedrichstraße
Obwohl "Unknown Identity" ein klassischer geradliniger Agententhriller ohne große Überraschungen ist, schafft es Regisseur Jaume Collet-Serra, keine Minute zu langweilen. Sein Rezept: Er hält das Tempo hoch und setzt auf talentierte Schauspieler. Insbesondere Liam Neeson macht seinen Job wie immer souverän. Neeson spielt den gehetzten Amerikaner, der sein Gedächtnis verliert und sein Gewissen findet, gekonnt glaubhaft. Da verzeiht man Collet-Serra die ansonsten sehr willkürlich zusammengewürfelten Film-Versatzstücke: Ex-Stasi-Offiziere, arabische Terroristen, illegale Einwanderer und Wissenschaftler gegen den Welthunger. Egal. Im Mittelpunkt steht ohnehin das stilvoll und düster in Szene gesetzte Berlin. Die winterliche Hauptstadt ist endlich mal eine Alternative zu den Standard-Spionagefilm-Hochburgen Paris, Rom und New York. Diesmal kracht's in Kreuzberg, in der Friedrichstraße und im Hotel Adlon. Das ist sehr gelungen, wie wir finden. Für Fans von Roman Polanskis "Frantic" (1988) oder "Die Bourne Identität" (2002) ist der Berlin-Thriller ohnehin ein Pflichttermin.

Unknown Identity (Großbritannien / Deutschland / USA 2010)
Regie: Jaume Collet-Serra
Drehbuch: Oliver Butcher, Stephen Cornwell, Didier Van Cauwelaert (Buchvorlage)
Darsteller: Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones, Bruno Ganz
Länge: 113 Minuten
Start: 3. März

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