Reise- und Lebens-Tipps von George Clooney: Unser Filmtipp "Up in the Air"

Die Filmtipps der Redaktion

In "Up in the Air" sammelt George Clooney Vielfliegermeilen und sucht den Sinn des Lebens. Darum sollten Sie mit in die Luft gehen

Wie sieht eigentlich der moderne globalisierte Mann aus? In Jason Reitmans Film "Up in the Air" erfahren wir’s. Er ist flexibel, mobil und verehrt Statussymbole anstatt traditionelle Werte. Und er vermeidet Ballast. Sowohl den gegenständlichen und menschlichen. Schließlich muss es am Flughafen-Check-in schnell gehen. Schweres Gepäck und emotionale Bindungen halten da nur auf. Das klingt zwar bitter, trifft aber den Nerv der Zeit. Der irgendwie sympathische Anti-Held in "Up in the Air" ist ein fantastisch spielender George Clooney, der für diese Rolle soeben für den Oscar nominiert wurde. Auch nominiert ist der Film selbst. Völlig zu Recht. Denn "Up in the Air" ist klug inszeniert mit großartigen Dialogen und hervorragenden Schauspielern.

Lockeres Leben in Luxus-Lounge
Clooney spielt in Reitmans Satire den Businessmann Ryan Bingham, der für eine Consulting-Firma quer durch die USA fliegt, um Leute zu feuern. Im Auftrag von anderen, die dafür zu feige sind, versteht sich. Effizient und unpersönlich. Da helfen weder Betteln noch Jammern der Rausgeschmissenen. Bingham verkauft ihnen die Kündigung sogar als Chance für einen längst fälligen Neubeginn. Den Neu-Start ins Leben.

Bingham selbst kennt allerdings kein geregeltes Leben. Die meiste Zeit sitzt er im Flugzeug, sein größtes Hobby ist es, Flugmeilen zu sammeln. Sein Ziel: 10 Millionen Meilen. Platinkarte und Treffen mit dem Chefpiloten inklusive. Als er die neue Mitarbeiterin Natalie (Anna Kendrick) anlernen soll und diese ihrem Chef vorschlägt, künftig alle Kündigungen online per Videoschaltung zu erledigen, gerät Ryans Welt ins Wanken. Und das ausgerechnet nachdem er in einer Hotelbar eine verwandte Seele kennengelernt hat: Alex (Vera Farmiga) sammelt genau wie Ryan Gold- und Vorzugskarten, organisiert ihr Leben per Blackberry und genießt das unverbindliche Leben in Luxus-Lounges.

Der moderne Mann ist mehr als die Summe seiner Kreditkarten
Reitmans Film nimmt sich die Scheinwelt und den unverbindlichen Lebensstil der Wirtschaftselite vor. "Schleppen Sie nichts mit sich rum", lehrt Bingham auf Business-Vorträgen. Familie und Freunde? Überflüssig. Alles nur Ballast. Natürlich spürt auch Einzelgänger Bingham irgendwann die Konsequenzen seines abgehobenen und völlig entwurzelten Lebensstils. Auch er muss irgendwann auf dem Boden der Realität landen. Dennoch erspart uns "Up in the Air" das obligatorische Friede-Freude-Eierkuchen-Ende und vor allem den moralischen Zeigefinger. Reitman zeigt nur, was der technische Fortschritt aus uns macht. Und dabei lernen wir: Der moderne Mann ist mehr als die Summe seiner Vorzugskarten und Gadgets. Fazit: "Up in the Air" ist hochunterhaltsames und intelligentes Kino – das einen Oscar in jedem Fall verdient hätte.

Up in the Air (USA 2009)
Regie: Jason Reitman
Drehbuch: Jason Reitman, Sheldon Turner, Walter Kirn (Buchvorlage)
Darsteller: George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick, Jason Bateman
Länge: 109 Minuten
Start: 4. Februar

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